„Notschi“ wurde Norbert Stumpe immer von seiner Mutter genannt – das wurde sein Künstlername. Foto: tb

Über 25 Jahre am Mischpult

Wenn DJ Notschi auflegt, dann ist Party

Ohne ihn wären viele Faschingsbälle traurige Veranstaltungen: Seit über 25 Jahren sorgt Norbert Stumpe aus Gröbenzell alias DJ Notschi für Musik und Stimmung – bei Kinderbällen, beim Weiberfasching, beim Faschingsdienstags-Trubel in Olching, und und und.

GröbenzellFür seine Arbeit braucht der DJ nicht nur einen Riesenvorrat an CDs, sondern vor allem eins: ein Gespür für Menschen. „Man muss schauen, wie die Leute drauf sind“, sagt der 54-Jährige. „Wenn ihnen die Musik gefällt, sehe ich das an den Gesichtern.“ Einfach Hits und Stimmungskracher abnudeln – damit ist es nicht getan, erzählt der Gröbenzeller, der aus München stammt und später mit seinen Eltern nach Olching zog.

Das Auflegen ist eine Wissenschaft für sich, und die hat ihre eigenen Gesetze. Nicht zu lange Lieder der gleichen Musikrichtung spielen. Nicht zu viel fetzige Musik am Stück, damit die Leute Zeit zum Verschnaufen haben und auch der Wirt zu seinem Recht kommt. Und bloß nicht daneben greifen – ein falsches Lied und die Stimmung ist im Eimer. „Dann kann es zwei Stunden dauern, bis die Tanzfläche wieder voll ist.“

Früher war das Leben des DJs schwerer – im wahrsten Sinne des Wortes. Acht Kisten Singles und drei Kisten LPs schleppte Norbert Stumpe zu seinen Veranstaltungen, ganz zu schweigen von der Musikanlage. „Damals galt ja das Motto: Je größer die Boxen, desto besser der Sound.“

Heute ist Norbert Stumpe mit rund 300 CDs unterwegs. Sie sind ihm immer noch lieber als der Laptop, doch auch der muss mit, nicht zuletzt, um ausgefallene Musikwünsche spontan per Internet erfüllen zu können.

In das DJ-Dasein ist er so hineingeschlittert. Als Teenager verbrachte er ungezählte Stunden in Plattenläden, um die neuesten Scheiben zu hören. Hinzu kam ein mehr als ausgefülltes Vereinsleben: Chor, Pfadfinder, Handball, Fußball, Akkordeon-Club, Fischerei-Verein. Er spielte Schlagzeug in einer Band, war Mitbegründer des Olchinger Tanzvereins und 1981 Olchinger Faschingsprinz.

Irgendwann fragte jemand, ob er mal bei einem Vereinsfest auflegen würde. Das machte den Gästen Spaß und ihm auch, bald wurde er immer häufiger engagiert. Der Künstlername „Notschi“ war schnell gefunden. So hatte ihn seine Mutter immer genannt, außerdem soll es auf Russisch „Nacht“ heißen.

Faschingsbälle, Geburtstage, Hochzeiten, Après-Ski-Partys – es gibt nichts, was der Vater zweier Söhne nicht macht, und keinen in halbwegs vertretbarer Entfernung gelegenen Ort, an der er nicht fährt. Bis nach Österreich und Tschechien hat ihn die Mundpropaganda inzwischen geführt.

Eine goldene Nase verdient er sich dabei übrigens nicht, aber das muss auch nicht sein. Seinen Lebensunterhalt bestreitet Stumpe als Feinmechaniker.

„Eigentlich wäre es Zeit, ein bisschen ruhiger zu werden“, sagt der jugendlich wirkende 54-Jährige mit dem Stoppelbart und den kleinen goldenen Ohrringen. Aber er sieht nicht aus, als würde er das ernst meinen. Es macht ihm einfach zu viel Spaß, den Leuten Spaß zu machen und auch die Grantler herumzukriegen – die, die sich am Anfang über die Lautstärke beschweren und dann die Letzten sind, die nach Hause gehen. (os)

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