Am Fasanenweg

Gröbenzell: Widerstand gegen Flüchtlings-Container

Gröbenzell – Drei gemeindliche Grundstücke hatte der Gemeinderat Anfang des Jahres dem Landratsamt für den Bau von Flüchtlingsunterkünften angeboten. Darunter war auch das Züblingelände in der Lena-Christ und der Zweigstraße. Keines davon soll jetzt genutzt werden.

Die Grundstücke seien für die Unterbringung von lediglich 62 Flüchtlingen nicht geeignet, erklärte Andreas Buchner, Asylkoordinator im Landratsamt. Auf dem Züblingelände könnten zudem Vorgaben aus dem Bebauungsplan nicht berücksichtigt werden. Und für die Zweigstraße habe die Gemeinde den Antrag auf Vorbescheid abgelehnt.

Das dritte Grundstück an der Olchinger Straße war vom Landratsamt in der Vergangenheit bereits mehrmals abgelehnt worden, weil die Bodenverhältnisse schlecht und die Erschließung schwierig wäre. Stattdessen will das Landratsamt nun auf einem privaten Grundstück am Fasanenweg Container für 60 Flüchtlinge aufstellen, wie Buchner erläutert.

Dagegen regt sich Widerstand. Stephan Freudenstein, der am Fasanenweg wohnt, kritisierte die Standortfestlegung in der aktuellen Viertelstunde des Gemeinderates. Es handle sich einerseits um ein reines Wohngebiet. Andererseits habe der Landkreis beispielsweise in Adelshofen, wo für ein Projekt bereits viel Geld ausgegeben wurde, die Planung gestoppt.

Das Projekt Fasanenweg soll „baurechtlich weiter verfolgt werden“, betonte Buchner und diene der Absicherung, falls die Flüchtlingskrise erneut stärker werde. Bei Bedarf könnten dann diese und andere Projekte weiter verfolgt werden. Anderenfalls seien die Aussichten auf eine Genehmigung durch die Regierung von Oberbayern als eher gering einzustufen.

Zweiter Bürgermeister Martin Runge (Grüne) war selber überrascht vom Vorgehen des Landratsamtes. Noch vor wenigen Tagen war ihm von einem anderem Mitarbeiter versichert worden, dass es derzeit keine Akquise gebe und alles auf Eis liege. Runge zufolge liegt aber im Rathaus weder ein Bauantrag noch ein Antrag auf Vorbescheid für das Areal am Fasanenweg vor. J

ohann Böhmer (Freie Wähler) hatte bereits einen Vorschlag, wie das Projekt verhindert werden könne. Containeranlagen für eine größere Zahl von Flüchtlingen seien laut Rechtsprechung keine Wohngebäude, sondern soziale Anlagen, und damit in einem reinen Wohngebiet nur ausnahmsweise zulässig, erläuterte der Jurist. Er beantragt zu prüfen, ob der für das Grundstück zuständige Bebauungsplan geändert und soziale Anlagen ausgeschlossen werden könnten. Die Containeranlage passe „nicht in das Gefüge der dort vorhandenen Art der Nutzung“.  

sus

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