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Der kleine Handball-Star stiehlt mittlerweile selbst der Mama die Schau.

Handball

Wilim, das behütete Torhüter-Baby

Wilim ist neuerdings der absolute Star in der Gröbenzeller Wildmooshalle und stiehlt sogar den erfolgreichen HCD-Handballerinnen die Schau. Wenn Wilim in die Arena gebracht wird, sind alle aus dem Häuschen. Jeder will ihn umhertragen. Wilim ist etwas mehr als zwei Monate alt und der Sohnemann von Torhüterin Lidija Radonavic.

Gröbenzell – Bei den Mädels lässt Wilim schon jetzt alle Herzen höher schlagen, obwohl er erst am 20. November zur Welt gekommen ist. „Er ist einfach everybodys Darling“, sagt Harald Fischer, der Co-Trainer der Drittliga-Handballerinnen. „Der Bub hat mindestens 20 Tanten im Verein, die sich um ihn reißen, wenn Mama Lidija Radonavic trainiert oder spielt“, sagt Maren Alatsee, die zuletzt beim gewonnenen Spitzenspiel gegen Möglingen das zwölf Wochen alte Baby betreute, während die Mama das Tor hütete. Doch ihr Babysitting war nur für kurze Zeit, dann wollte schon die nächste „Tante“ Wilim auf Händen tragen.

Der Kleine, der einen überdimensionalen Kopfhörer trägt, damit er nicht von dem Höllenlärm in der Halle erschrickt, genießt es sichtlich, von seinen vielen Ersatz-Mamas herumgetragen zu werden. Zwischendurch taucht dann auch mal wieder die richtige Mutter auf, nachdem Lidija Radonavic schnell mal einen Strafwurf abgewehrt hat.

„Der HCD ist mehr als ein Club.“ Harald Fischer zitiert gern den Slogan eines großen Fußballvereins (FC Barcelona) und lobt die freiwillige Bereitschaft, das Baby zu hüten, während die Mama sportlich beschäftigt ist. Und die 38-jährige Kroatin, die seit September 2015 in Deutschland lebt, sagt dankbar: „Ich genieße jeden Tag in Gröbenzell.“ Seit 26 Jahren spielt Radonavic Handball. 2013 stand sie mit dem kroatischen Erstliga-Verein ZRK Samobor im Europacup-Finale.

Nach Gröbenzell kam Radonavic, als sie ein Drittligaspiel des HCD in Waiblingen verfolgte. Bereits 48 Stunden später tauchte die damals in Blaubeuren bei Ulm wohnende Torhüterin in der Gröbenzeller Halle zum Training auf und wurde gleich verpflichtet. Nachdem der Verein dann auch noch der Arbeits- und Wohnungssuche behilflich war – Radonavic arbeitet bei einem Online-Sportartikelunternehmen in München – fühlt sich die Kroatin in Gröbenzell pudelwohl.

Das eindrucksvollste Erlebnis mit seiner Torhüterin ist Fischer, dem ehemaligen Bundesliga-Profi, noch bestens in Erinnerung: „Als wir im Mai vergangenen Jahres knapp den Aufstieg in die 2. Bundesliga verpasst hatten und alle enttäuscht und traurig waren, strahlte Lidija und teilte uns mit, dass sie ein Baby erwartet.“ Selbst während der Schwangerschaft wollte sie nicht untätig sein, spielte zwar nicht mehr, stellte sich aber als Jugendtrainerin zur Verfügung. Nun ist Radonavic wieder voll dabei, half zuletzt in der zweiten Mannschaft in Ottobeuren aus, bevor sie zum Drittliga-Hit in die Wildmooshalle zurückkehrte. Selbstverständlich war Wilim überall dabei.

Von Dieter Metzler

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