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In Gröbenzell kann nicht jeder Gartenbesitzer so zur Säge greifen, wie er möchte. Denn die Gemeinde hat seit Jahrzehnten eine Baumschutzverordnung. Nun könnte diese verschärft werden.

Eventuell strengere Regeln

Wird die Baumschutzverordnung in Gröbenzell verschärft?

Die Baumschutzverordnung in Gröbenzell ist umstritten. So mancher Bürger klagt, dass er in seinem Garten nicht so zur Säge greifen kann, wie er möchte. Nun könnte es strengere Regeln geben.

GröbenzellJahrzehnte ist es her, dass die Gemeinde eine Baumschutzverordnung erlassen hat. Ihr ist es auch zu verdanken, dass es in der Gartenstadt nach wie vor sehr grün ist. 2010 war die Verordnung dann in mehreren Teilen verändert worden. Die Hoffnung war damals, dass das Regelwerk in der Bevölkerung mehr akzeptiert wird und dass sich die Arbeit im Rathaus verringert. „Doch beide Erwartungen haben sich nicht erfüllt“, musste der Umweltbeauftragte der Gemeinde Franz Neuner feststellen.

Damals war unter anderem eingeführt worden, dass die Fällung von Bäumen, die näher als drei Meter von einem Wohngebäude entfernt sind, beantragt werden muss. In der Regel genehmigte die Gemeinde dann das Vorhaben. Das Gleiche galt für Nadelbäume, die nicht ortsbildprägend sind.

Die Folge: Die meisten zur Fällung beantragten Bäume stehen heute nicht mehr. Auch so manchen vitalen Baum gebe es nicht mehr, beklagte Umweltreferentin Monika Baumann (Grüne) nun im Bauausschuss. Deshalb hatte sie beantragt, die Verordnung erneut zu ändern beziehungsweise zu verschärfen. Neuner hatte anhand ihrer Anregungen einen Satzungsvorschlag erarbeitet, der nun dem Bauausschuss zur Beratung vorlag.

Danach soll die Drei-Meter Regelung wieder entfallen und Nadelbäume, deren Stammumfang in ein Meter Höhe mehr als 60 Zentimeter beträgt, sollen geschützt werden – wie es bei Laubbäumen schon jetzt der Fall ist. Zudem sollen Fällungen geschützter Bäume – also auch von Nadelbäumen – nur dann genehmigt werden, wenn diese die Nutzung eines Grundstücks oder eines Gebäudes unzumutbar beeinträchtigen. Eine Genehmigung ist auch möglich, wenn die Bäume krank oder von Schädlingen befallen sind.

Monika Baumann war von dem Entwurf begeistert, dieser sei „griffiger“ und „gut zu handhaben“, schwärmte sie. Doch nicht jedes Mitglied des Gemeinderates war dieser Meinung. So sah Thomas Eichler (CSU) gar keinen Grund, eine Satzung, die funktioniert hat, wieder auszuhebeln. Franz Eichiner (SPD) warnte davor, die Drei-Meter-Regelung abzuschaffen. Dies könne dazu führen, dass vor Inkrafttreten der veränderten Satzung schnell noch so mancher Baum vorsorglich gefällt werde.

Anita Rieger (CSU) wünschte sich, dass die Verwaltung vorlegt, wie viele Bäume seit 2010 gefällt worden sind. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Kahlschlag ausgebrochen ist“, sagte sie. Entschieden hat der Bauausschuss über die Satzungsänderung noch nicht. Dafür ist der Gemeinderat zuständig. Zuvor aber werden sich die Fraktionen noch Gedanken machen.

von Susanne Schwind

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