Ein Cappuccino mit einem Muster aus Herzen ist am 03.03.2016 in Rottendorf (Bayern) bei Würzburg neben frischen Kaffeebohnen zu sehen.
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In einer alten Halle in Gröbenzell soll unter anderem auch ein Café Platz finden. (Symbolfoto)

Ein neuer Treffpunkt

Yoga, Café, Kunst und Kulinarik in alter Halle im Gewerbegebiet

Eine alte Halle in Gröbenzell soll umgebaut werden. Ein Yoga-Studio, Café und Werkstätten sollen unter anderem dort Platz finden. Im Bauausschuss wurde darüber diskutiert.

Gröbenzell - Es klingt nach einem Treffpunkt für hippe, kreative Menschen: In eine alte Halle in Gröbenzell sollen ein Yoga-Studio, ein Café, Werkstätten – auch für Künstler – ein Vortragssaal, ein Laden und eine Gaststätte einziehen. Dem Bauausschuss lagen die Pläne für den Umbau des Gebäudes im Gewerbegebiet „Am Weidegrund“ vor. Sie fanden mehrheitliches Einvernehmen – bei zwei Gegenstimmen.

Kritik gab es etwa von Walter Voit (Grüne). Er freute sich einerseits darüber, „dass die alte Halle aufgewertet werden soll“. Doch skeptisch machte ihn die Vergangenheit des Gebäudes und mögliche Altlasten. Er wusste nämlich, dass in der Halle „Autoschrauber“ aktiv waren. Voit sprach sich für eine radikalere Lösung als einen Umbau aus. Denn: „Bei einem Abriss hätten die Altlasten beseitigt werden müssen.“ Ähnlich äußerte sich Michael Jaumann (CSU), auch wenn dieser am Ende für die Pläne votierte.

Andrea Schuster (SPD) entgegnete: Sobald der Parkplatz und die Außenanlagen hergerichtet würden, würden Bodenproben entnommen werden. Der Ausschuss, der von Vize-Bürgermeister Martin Runge (Grüne) geleitet wird, nahm allerdings in seinen Beschluss auf, dass er auf die auf dem Grundstück lagernden Altlasten hinweise. Das letzte Wort hat das Landratsamt.

Es blieb aber nicht bei einem Kritikpunkt. Dieses „Sammelsurium“ aus Nutzungen veranlasste Voit zu der Frage, welche Auswirkungen dies auf den Verkehr in der Oppelner Straße habe – und ob genügend Stellplätze vorgesehen seien. Rathausmitarbeiterin Stephanie Kulac versicherte: „Wir haben genau hingeschaut.“ Man habe es dreimal berechnet. „Es passt“, so Kulac.

Besonders genau hingeschaut wurde wohl auch angesichts des Eigentümers der Halle: Bürgermeister Martin Schäfer. So freute sich CSU-Gemeinderat Jaumann zwar: „Ich finde es gut, dass der Schandfleck mal beseitigt wird.“ Aber er blieb skeptisch wegen der auf knapp 100 Quadratmetern geplanten Gaststätte in dem Gebäude. Diese sei an dieser Stelle „ein Fehler“. Auch er fürchtete dadurch zunehmenden Verkehr. „Eine Extrembelastung für die, die da wohnen.“ Auch der geplante Laden, von dem nicht bekannt war, was dort verkauft werden soll, wurde kritisch beäugt. Der Ausschuss wies daher in seinem Beschluss auf Anregung von Daniel Holmer (Grüne) auf das Einzelhandelskonzept der Gemeinde hin. Dieses soll die Geschäfte im Ortszentrum vor Kannibalisierung durch Läden im Außenbereich schützen.

Der Bauantrag hatte zahlreiche Zuhörer ins Rathaus getrieben. Wohl auch, da in den Tagen zuvor der Gröbenzeller Detlef Arzt mittels E-Mail auf den Tagesordnungspunkt hingewiesen hatte. Auch der Vize-Bürgermeister Martin Runge hatte eine Zuschrift erhalten. Er wurde darin um die Beantwortung von Fragen zu dem Bauantrag gebeten.

Runge war sichtlich empört über so manche Aussage in dieser Mail. Und kritisierte falsche Behauptungen und Mutmaßungen darin als „nicht redlich“. Unter anderem ging es dabei um das Vorkaufsrecht der Gemeinde über einen neben der Halle liegenden Grundstücksstreifen. Susanne Schwind

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