Aus dem Amtsgericht

Zeitsoldat erfindet Raub am S-Bahnhof

Gröbenzell – Weil ihm in einer feuchtfröhlichen Nacht seine S-Bahnkarte abhanden gekommen war, fuhr ein 22-jähriger Zeitsoldat ohne Fahrschein nach Hause. Prompt wurde er erwischt. Um Ärger zu vermeiden log er, dass sich die Balken bogen – und handelte sich damit erst recht Probleme ein.

Der junge Mann hatte in einer Märznacht in einer Münchner Disco gefeiert und dabei zu tief ins Glas geschaut. Am Ende war sein Geldbeutel weg – und mit diesem die S-Bahnkarte. Betrunken, wie er war, wusste sich der 22-Jährige nicht anders zu helfen, als ohne Fahrschein in den Zug zu steigen. Prompt wurde er erwischt. Für ihn war das doppelt peinlich. Er hatte nämlich sein von der Bundeswehr gestelltes Ticket nur eine Woche vorher schon einmal verloren.

Um nicht als Schussel dazustehen, traf der Nachtschwärmer mit über zwei Promille Alkohol im Blut die nächste falsche Entscheidung dieser Nacht: Statt den neuerlichen Verlust einzugestehen, gab er beim Kontrolleur falsche Personalien an.

Wenig später meldete sich das schlechtes Gewissen des Zeitsoldaten. Er machte sich auf den Weg zur Polizeiinspektion in Gröbenzell. Doch statt endlich reinen Tisch zu machen, beging er die nächste Dummheit: Der 22-Jährige log die Beamten dort dreist an. Er behauptete, er sei an der S-Bahnhaltestelle Hackerbrücke von mehreren Männern überfallen worden, die seinen Geldbeutel forderten. Einer der Männer habe ihm ein Messer vor den Bauch gehalten. Da habe er den Geldbeutel herausgerückt.

Erst vier Tage später legte der 22-Jährige die Karten auf den Tisch und gab endgültig zu, wie es wirklich gewesen war. Doch nun war es zu spät. Er landete vor dem Brucker Amtsgericht. Der Staatsanwalt beantragte, den bisher strafrechtlich unbescholtenen 22-Jährigen für versuchten Betrug, falsche Verdächtigung, Vortäuschen einer Straftat und Schwarzfahren zu einer Strafe von 100 Tagessätzen zu 40 Euro verurteilen.

Der Richter beließ es bei 90 Tagessätzen, sprich 3600 Euro. Ein Urteil, das der Zeitsoldat sofort akzeptierte, denn es wird nicht in sein polizeiliches Führungszeugnis eingetragen. Der 22-Jährige will sich längerfristig bei der Bundeswehr verpflichten. Ob die Verurteilung für diesen Plan negative Folgen hat, stand nach dem Urteil noch nicht fest.  (sus)

Rubriklistenbild: © dpa

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