Das Übergangs-Rathaus an der Danziger Straße: Hier tagt der Gemeinderat.
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Gröbenzell

Rathaus-Neubau wird noch einmal teurer

Bei den Haushaltsberatungen in Gröbenzell ist bekannt geworden, dass die Kosten für das neue Rathaus noch einmal gestiegen sind: um zwei Millionen Euro. Schlechte Nachrichten gibt es auch beim Blick auf die Finanzsituation der Kommune ganz allgemein.

Gröbenzell – Für das neue Gröbenzeller Rathaus sind 21,5 Millionen Euro eingeplant. Dabei wird es aber nicht bleiben: Der Bau wird noch einmal um zwei Millionen Euro teurer, wie jetzt in den Haushaltsberatungen des Finanzausschusses zu Sprache kam. Kämmerer Gregor Kamp beruhigte das Gremium allerdings insofern, als dass diese Summe zumindest in diesem Jahr nicht anfallen werde.

Jeder Cent zählt beim Blick auf die allgemeine Finanzsituation. Die Folgen der Pandemie sind „drastisch“ und „für den Gemeindehaushalt nicht einfach zu verkraften“, erklärte der Kämmerer. Lediglich knapp sieben Millionen Euro (statt geschätzter 7,3 Millionen Euro) erwartet Kamp aus der Gewerbesteuer, 17 Millionen Euro (statt kalkulierter 20 Millionen Euro) aus der Einkommensteuer.

Gleichzeitig stieg so manche Ausgabe, darunter die Kreisumlage, die sich laut Kamp überproportional von 11,8 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf 12,1 Millionen Euro erhöht hat. Die Ausgaben für das Personal steigen von 10,7 auf 11,3 Millionen Euro. Und alte kommunale Gebäude müssen teuer unterhalten werden.

Weiterer Punkt: Die Baukosten steigen, wie sich auch beim Rathaus bemerkbar macht. „Durch die Bau-Initiativen in der Metropolregion München sind bereits heute kaum mehr Bauleistungen zu beherrschbaren Preisen zu erhalten“, so Kamp. So sind allein für den Anbau der Ährenfeldschule acht Millionen Euro zu berappen.

Nach den Hiobsbotschaften machten die Gemeinderatsmitglieder Vorschläge, um Geld in die Kasse zu bringen. Peter Falk (SPD) schlug vor, den Gewerbesteuersatz von derzeit 330 auf 385 Punkte zu erhöhen. Anton Kammerl (CSU) wollte, wenn für soziale Infrastruktur kein Geld da ist, „gemeindliche Grundstücke rentierlich“ und das eine oder andere Grundstück zu Geld machen.

Eine Idee, die Falk „extrem überraschte“. Denn ansonsten habe er von niemanden aus der CSU gehört, „das Tafelsilber zu verscherbeln“. Auch Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) und der Kämmerer konnten sich dies nicht vorstellen. Sie fürchteten Nachteile für die Zukunft. Kammerls Parteifreundin, Anita Rieger, beruhigte: „Verkaufen ist der letzte Weg.“ Der Investitionshaushalt wurde letztlich einhellig gutgeheißen, ebenso, dass die Zuschüsse für die Vereine und Verbände unangetastet bleiben. Über die Vorschläge Falks und Kammerls wurde nicht abgestimmt.

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