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Die Gartenstadt aus der Vogelperspektive: Damit sich Gröbenzell besser auf die Herausforderungen der Zukunft einstellen kann, lässt der Gemeinderat nun eine Prognose zur Bevölkerungsentwicklung erstellen.

Wie sieht die Zukunft der Gemeinde aus?

Gröbenzell unter der Lupe

Gröbenzell - Wie wird sich der Ort entwickeln? Bei der Debatte darüber kriegten sich die Gemeinderäte in die Haare.

Damit Gröbenzell besser für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet ist, hat der Gemeinderat eine Prognose zur Bevölkerungsentwicklung in Auftrag gegeben. Doch einige Ratsmitglieder halten den Zeitpunkt für verfrüht.

Werden die Grundstücke in den nächsten Jahren und Jahrzehnten dichter und höher bebaut sein? Wird auch im heutigen Außenbereich Wohnraum zur Verfügung stehen? Und wie viele Kindergarten- und Schulplätze, wie viele Einrichtungen für Senioren werden benötigt? Diesen Fragen wird sich der Gemeinderat in Zukunft verstärkt widmen. Um den Bedarf einschätzen zu können, hat das Gremium die Erarbeitung einer Prognose in Auftrag gegeben.

Erstellen sollen das Gutachten das Institut für Sozialplanung, Jugend- und Altenhilfe, Gesundheitsforschung und Statistik sowie der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München. 48 000 Euro sind dafür veranschlagt.

Mehrere CSU-Räte sowie Johann Böhmer (FW) sprachen sich dagegen aus. „Das Gutachten ist sehr notwendig, aber nicht jetzt“, sagte Reinhard Paesler (CSU). Er wollte nicht ausschließen, dass Veränderungen auf den Ort zukommen, zumal auch eine Überarbeitung des Flächennutzungsplanes und der Bebauungspläne im Gespräch sind.

In diesem Zusammenhang gebe es Stimmen, vom bisherigen Leitbild Gartenstadt abzurücken und eine starke Innenverdichtung beziehungsweise mehr Baurecht zuzulassen, erläuterte Paesler. Wenn jetzt eine Prognose in Auftrag gegeben werde, „werden die Gutachter im Nebel stochern“, warnte er. Denn man habe „kein Siedlungsbild“. „Das Pferd wird von hinten aufgezäumt“, meinte auch Böhmer.

Er zeigte sich entsetzt über die Aussage der Vertreterin des Planungsverbandes, Carola Seis, Gröbenzell habe keine Entwicklungsmöglichkeit nach außen. Denn Freiflächen gibt es in Gröbenzell, wenn auch wenige. Brigitte Böttger (CSU) hielt es deshalb für „elementar wichtig, Freiflächen zu belassen“ und so künftigen Generationen Spielraum zu geben.

„Von mir aus kann ganz Gröbenzell zugepflastert werden, wenn der Gemeinderat das will“, sagte Bürgermeister Martin Schäfer (UWG). Er erinnerte aber daran, dass dies Auswirkungen auf Verkehr und Infrastruktur habe.

 VON SUSANNE SCHWIND

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