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Roland Micklich

Wenn der Wörthsee zur Falle wird: Retter ausgezeichnet

Gröbenzell/Steinebach – Als Roland Micklich den leblosen Körper entdeckte, zögerte er keine Sekunde: Mit voller Montur sprang er in den Wörthsee und zog den bewusstlosen Mann an die Oberfläche.

Für seine mutige Rettungsaktion wurde der 47-Jährige nun mit der Christophorus-Medaille ausgezeichnet.

Es war einer der letzten schönen Tage im September 2011. Roland Micklich freute sich auf einen kleinen Segeltörn mit seinem zehnjährigen Sohn. „Wir haben gerade das Boot hergerichtet. Da hab’ ich ganz zaghafte Hilferufe gehört“, sagt Micklich. Etwa 150 Meter entfernt entdeckt er eine ältere Frau mit Schwimmnudel. „Ich hab’ gedacht, die Frau hat vielleicht einen Krampf. Also bin ich mit dem Beiboot zur ihr gepaddelt.“

Doch dort erwartet den Gröbenzeller eine ganz andere Szene: Die Frau berichtet unter Schock, dass soeben ihr Mann untergegangen ist. „Das war ein großer Schock. Mit sowas rechnet man ja nicht“, meint der 47-Jährige. Von seinem Boot aus entdeckt er den leblosen Körper zwei Meter in der Tiefe treiben. Ohne zu überlegen, springt er ins Wasser und taucht nach dem 79-Jährigen.

Zusammen mit einer Münchnerin, die die Not ebenfalls erkannt hat, zieht er den Ertrunkenen in sein Boot. „Am Ufer haben wir dann unser komplettes Erste-Hilfe-Wissen aus Führerscheinzeiten herausgekramt“, berichtet Micklich. „Das war reiner Automatismus. Es hat eine gefühlte Ewigkeit gedauert, bis die Sanitäter übernommen haben.“

Der Ertrunkene wurde mit dem Hubschrauber in eine Münchner Klinik gebracht. „Die Sanitäter haben mir versichert, ich hätte alles richtig gemacht. Aber die Geschichte hat ein trauriges Ende: Nach einer Woche ist der 79-Jährige gestorben.“ Micklich vermutet, dass der Ertrunkene beim Schwimmen einen Schlaganfall erlitten hatte. „Ich weiß leider nichts Genaueres. Ich hab’ keinen Kontakt mit der Familie.“

Nun hat der 47-Jährige die Christophorus-Medaille von Ministerpräsident Horst Seehofer überreicht bekommen. Die silberfarbene Medaille bekommt überreicht, wer unter besonders schwierigen Umständen einen Menschen gerettet hat. „Das ist schon ein super tolles Gefühl“, meint Roland Micklich. Die Medaille bekommt nun einen festen Platz im Regal. „Da kann ich sie gut sehen. Ich bin schon stolz drauf.“

miu

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