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Abheben in Richtung Zweite Bundesliga? Vera Balk (2.v.l.) hat mit ihren vier Treffern gegen Lintfort dazu beigetragen, dass die HCD-Frauen mit einem Vorsprung ins Rückspiel gehen.

HCD Gröbenzell

Zweite Bundesliga in Sichtweite

Gröbenzell - Die Handballerinnen des HCD Gröbenzell haben den Fuß in die Tür zur zweiten Bundesliga gestellt. Doch es wird eng.

Der Vorsprung für das Rückspiel beim TuS Lintfort am Sonntag ist aber hauchdünn: Mit 19:18 (11:9) haben die HCD-Frauen vor gut 1000 Zuschauern in der Wildmooshalle gewonnen.

Zur Hinspiel-Heldin wurde eine, die sonst nicht im Rampenlicht steht: Torhüterin Theresa Bauer spielte in dieser Saison überwiegend im Landesliga-Team des HCD. Und rückte erst nach der Verletzung von Stamm-Torfrau Lisa Sagert auf (siehe Kasten). Zu Beginn der zweiten Halbzeit wurde Bauer bei einem Siebenmeter der Lintforter eingewechselt, parierte diesen und trieb fortan die Frauen von der niederländischen Grenze schier zur Verzweiflung.

„Ich hatte von Anfang an ein gutes Gefühl, und der gehaltene Siebenmeter hat dann nochmal weiteren Auftrieb gegeben“, sagte Bauer nach dem Spiel. Die große Kulisse in der Wildmooshalle hat ihr übriges getan, um aus der 19 Jahre jungen Torfrau eine Topleistung rauszukitzeln. Das nötigte auch ihrem Coach Hendrik Pleines ein Sonderlob ab: „Wenn jemand die meiste Zeit Landesliga spielt und dann in so einer Partie acht oder neun Bälle pariert, dann ist das nicht selbstverständlich.“

Bauer gab das Lob artig weiter: „Die Abwehr ist gut gestanden, das hat es mir leichter gemacht.“ Mit ihren Paraden hatte die Torfrau ihre Truppe allerdings erst wieder ins Spiel zurück gebracht.

Denn nach der 11:9-Pausenführung leisteten sich die Gröbenzellerinnen einen verschlafenen Wiederbeginn. Fast sieben Minuten lang blieben sie ohne Treffer und lagen dann sogar mit 12:13 hinten. Doch Bauers gehaltener Siebenmeter läutete eine neuerliche Wende ein. Schon in der ersten Halbzeit hielten die Gröbenzellerinnen mit den hoch gehandelten Gästen nicht nur mit, sondern hatten sie über weite Strecken gut im Griff. In der Phase konnte sich auch Torhüterin Lidija Radovanic mit drei starken Paraden auszeichnen. Im Angriff teilten sich Aline und Sina Fischer sowie Vera Balk die Hauptlast und sorgten für die Führung zum Pausentee.

Wermutstropfen waren die kurzen Durchhänger, in denen die Lintforter ihren Rückstand immer wieder verkürzen konnten. Vor allem die Gästetore zum zwischenzeitlichen 5:7 und 6:7 schmerzten: Die starke Naina Klein schlug bei beiden Toren zu, als eine ihrer Mannschaftskolleginen eine Zweiminutenstrafe verbrummte.

Was wäre, wenn...? Diese Frage dürften sich die HCD-Frauen aber auch nach dem Schlusspfiff in verschiedenen Varianten gestellt haben. Was wäre, wenn der Beginn der zweiten Halbzeit nicht so verschlafen worden wäre? Was wäre, wenn Aline Fischer in der Schlussphase nicht mit zwei Siebenmetern gescheitert wäre? Was wäre, wenn die HCD-Frauen gegen Ende nicht Angst vor der eigenen Courage bekommen hätten? Langer Rede kurzer Sinn: Die Gröbenzellerinnen hätten gut und gerne auch mit einem größeren Polster zum Rückspiel fahren können. Doch dem stand offenbar die Nervosität entgegen, vermutet zumindest die Heldin der Partie. Bauer: „Vielleicht waren wir im Angriff manchmal etwas zu aufgeregt."

HCD-Tore: Balk 4, A. Fischer 4/2, F. Fischer 3, Bayerl 3, Schweinsteiger 3/1, Mazzucco 1, Faber 1.

von Andreas Daschner

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