Dieter Huttenloher, Vorsitzender des Gröbenzeller Forums, verabschiedet seinen Verein. Foto: schwind

Ende und Aus

Gröbenzeller Forum geht von der Bühne

Gröbenzell – „Mit größten Schmerzen, aber hoch erhobenen Hauptes geht das Forum von der Bühne.“ Das sagte Dieter Huttenloher, Vorsitzender des Gröbenzeller Forums, bei der Auflösung des Vereins. Über 50 Jahre hat die Einrichtung der katholischen Erwachsenenbildung das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Gröbenzell bereichert.

2014 wurden 4000 Hörer registriert, 20 Prozent aller Veranstaltungen im Rahmen der katholischen Erwachsenbildung des Landkreises.

Zum letzten Abend des Forums waren zahlreiche Gäste gekommen. Einstige Referenten genauso wie Politiker und Vertreter anderer Bildungseinrichtungen. Und auch der evangelische Pfarrer Stefan Pickart war erschienen. Der katholische Pfarrer Gregor König ließ sich hingegen entschuldigen. So vernahm er nicht, mit welch kritischen Worten Huttenloher sich und seinen Verein verabschiedete.

1964 war das Forum gegründet worden, erinnerte er. Als dann Jahre später das Kreisbildungswerk gegründet wurde, sei es zu intensiven Verhandlungen gekommen. Bereits damals habe der Wunsch bestanden, das Forum aufzulösen und in das Kreisbildungswerk zu integrieren. Doch es wurde ein Kompromiss gefunden, staatliche und kirchliche Zuschüsse für die katholische Erwachsenenbildung des Landkreises flossen zwar an das Brucker Forum. Gröbenzell erhielt aber Zuwendungen in Form einer von Bruck finanzierten Halbtagskraft.

Als aber Huttenloher Ende 2014 das Amt des Vorsitzenden übernahm, war das Verhältnis zwischen Gröbenzell und Bruck „erheblich angespannt“, erinnerte er sich. 2015 wurden den Gröbenzellern die Wochenstunden für die Halbtagskraft um 25 Prozent gekürzt. Verhandlungen über ein angemessenes Weiterreichen von Zuschüssen scheiterten. Auch Versuche andere kirchliche Institutionen, wie Diözese, Dekanat, aber auch die katholische Kirche vor Ort als Vermittler zu gewinnen, waren erfolglos.

Das Brucker Forum kündigte dann zum 31. Dezember 2015 die Vereinbarung zwischen Gröbenzell und Bruck, womit Gröbenzell quasi ohne Zuschüsse dastand. Lediglich von der politischen Gemeinde kam noch Geld. „Der wirtschaftliche Weiterbetreib war damit ausgeschlossen“, erläuterte Huttenloher. Wenig später beschlossen die Mitglieder die Auflösung des Vereins.

Zur Freude Huttenlohers sind damit die Angebote des Forums aber nicht eingestampft worden, Volkshochschule und Sozialdienst haben so manches übernommen. Wie die Geschäftsführerin des Brucker Forums Christine Höppner erläutert, wird es aber auch in Zukunft katholische Erwachsenenarbeit in Gröbenzell geben.

Susanne Schwind

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