Erneute Gespräche

Gröbenzeller Forum: Ringen um Lösung

Das Gröbenzeller Forum kämpft um seine Existenz. Jetzt will der Verein erneut das Gespräch mit dem Brucker Forum suchen – und hofft auf kirchliche und politische Vermittlung.

Soll das Bildungsangebot reduziert oder der gar aufgelöst werden? Diese Frage diskutierten die Mitglieder des Gröbenzeller Forums am Mittwochabend. Eine Entscheidung fiel aber nicht, sie wurde vertagt. Im kommenden Frühjahr, spätestens im April, soll eine erneute Mitgliederversammlung einberufen werden, und dann der Verein aufgelöst werden – es sei denn, es kommt doch noch zu einer Einigung mit dem Brucker Forum. Dabei sollen die katholische Pfarrgemeinde und auch der Gröbenzelller Bürgermeister helfen, so hofft man zumindest.

Bei dem Streit mit dem Brucker Forum geht es um Zuschüsse. Dieses beantragt für die Gröbenzeller Fördermittel bei Staat und Kirche und reicht diese dann weiter. Das ist in einer Kooperationsvereinbarung geregelt. Allerdings wurden die Zuschüsse nicht in Form von Geld ausbezahlt. Vielmehr wurde eine Halbtagskraft mit 20 Wochenstunden finanziert. Doch die Stunden wurden vom Brucker Forum auf 15 gekürzt. Der Folge: Die Gröbenzeller gerieten in arge Geldnöte. Intensive Verhandlungen setzten daraufhin ein.

Doch angeboten wurde laut Vorsitzendem Dieter Huttenloher lediglich ein Vertrag, der „uns den kalten Schauer über den Rücken laufen ließ“, den er als „Beherrschungsvertrag“ bezeichnete. Dieser habe nämlich vorgesehen, dass Gröbenzell Zuschüsse aus Bruck erhalte und davon eine Verwaltungskraft bezahle. Die Höhe der Zuschüsse hätte die Bezahlung aber nicht gedeckt, zudem sollte die Verwaltungskraft disziplinarisch und fachlich beim Brucker Forum angesiedelt sein. Damit war man in Gröbenzell nicht einverstanden. Für Huttenloher stand damit fest: „Die andere Seite will keine neue Vereinbarung.“ Sie wolle keinen eigenen Verein, sondern eine Abteilung, die sie steuern kann. Zu guter Letzt kündigte das Brucker Forum dann die Kooperationsvereinbarung auf.

Den Gröbenzellern fehlt somit ein großer Teil der Fördergelder. Zuschussgeber, wie die Katholische Erwachsenbildung Bayern und die katholische Erwachsenbildung der Diözese München Freising, weisen darauf hin, dass man sich mit Bruck einigen solle.

Das wünscht sich auch der Gröbenzeller Pfarrer Gregor König, berichtete Heinrich Wunram. Er ist Vorstandsmitglied im Gröbenzeller und Mitglied des geschäftsführenden Ausschusses des Brucker Forums sowie Vorsitzender des Pfarrgemeinderates St. Johann Baptist. Pfarrer König stehe hinter den Gröbenzellern. Er spreche sich auch für den Erhalt des Vereins aus.

Die Geschäftsführerin des Brucker Forums, Christine Höppner, ist zu weiteren Gesprächen ebenfalls bereit. Reden ist immer das Beste“, sagt sie auf Nachfrage. Sie betont auch: „Wir erkennen das Gröbenzeller Forum als Verein an. Das war noch nie anders.“ Jedoch sei Gröbenzell Mitglied im Brucker Forum und Mitglieder hätten Rechte und Pflichten. Bei den Gröbenzellern hofft man nun auf eine Einigung. Allerdings wurde am Mittwochabend auch Enttäuschung und Empörung spürbar. „Es ist unverzeihlich, wenn man Ehrenamtliche nicht pfleglich behandelt“, sagte Kassier Bernd Nitz. (sus)

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