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Eine Ausstellung über die eigene Gruppe ist besonders spannend: die Pfadfinder (v.l.) Rainer Kroiß, Tobias Rüttger, Annika Schalk und Philipp Tugemann zählten am Sonntag zu den ersten Besuchern im Heimat- und Torfmuseum.

Sonderausstellung im Heimat- und Torfmuseum

Gröbenzeller Pfadis werden 70 Jahre alt

Gröbenzell - Die Pfadfinder in Gröbenzell sind älter als die politische Gemeinde. 1946 hatte der damalige katholische Pfarrer Josef Auer den frisch aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrten Albert Schäffler damit beauftragt, einen Pfadfinderstamm in Gröbenzell ins Leben zu rufen. Das 70-jährige Bestehen wird nun gebührend gefeiert.

Die Gröbenhüter präsentieren in ihrem Heimat- und Torfmuseum seit dem Wochenende eine Sonderausstellung zu 70 Jahre Pfadfinderschaft St. Georg im Ort (siehe Kasten). Im April wollen die katholischen Pfadfinder außerdem auf einem Grundstück am Fischerweg ein großes Fest feiern.

Dann wird es wohl lockerer zugehen als in den Anfangsjahren. Denn damals trafen sich die Pfadfinder im Keller Schäfflers oder im Keller der Alten Schule, um zu singen, zu beten und Sport zu treiben. Auf Disziplin wurde viel Wert gelegt.

Natürlich gingen die Jugendlichen auch immer wieder auf große Fahrt. In Erinnerung geblieben ist vor allem die Fahrt zum Stammeslager in Ambach im Jahr 1948. Denn dabei kam es zu einem Unglück: Der Zug entgleiste. Wie durch ein Wunder kamen alle Teilnehmer mit dem Schrecken davon. Am Ziel angekommen, erwies sich dann so manches Zelt als undicht und wurde notdürftig mit Butterbrotpapier geflickt.

Eine erste feste Unterkunft in Gröbenzell erhielten die Pfadfinder 1955 auf dem Gelände des katholischen Kindergartens. Zehn Jahre später erlebten sie einen Einbruch, „ihre schwierigste Zeit“, wie es in der Ausstellung heißt. Paramilitärische Spiele, besonders das Schießen mit scharfen Waffen während eines Sommerlagers, führten dazu, dass viele Kinder und Jugendliche austraten. Ende der 60er-Jahre wurde die Krise überwunden. Der neue Leiter Franz Kett sorgte für mehr Lockerheit.

1979 bauten die Pfadfinder, unterstützt durch Pfarrei und Gemeinde, hinter der Gröbenbachschule einen Abenteuerspielplatz. Seit 1971 waren bei den Pfadfindern auch Mädchen zugelassen, bei den Gröbenzellern dauerte es aber bis in die 80er-Jahre, ehe es auf Dauer Pfadfinderinnen gab.

Derzeit zählen die St.-Georgs-Pfadfinder 70 Mitglieder, berichten die Stammesvorsitzenden Philipp Tugemann und Tobias Rüttger. Ab einem Alter von neun Jahren können Kinder beitreten. Sie werden zu Wölflingen, später zu Jugendpfadfindern, Pfadfindern und ab 16 Jahren zu Rovern. Neben den wöchentlichen Gruppentreffen unternehmen die Pfadis gemeinsame Fahrten und organisieren Aktionen wie den Nikolausdienst und das Christbaumsammeln.

Von Susanne Schwind

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