Besonders heiße Exemplare: Elias (r.) und Finn haben kurzerhand BHs zu Lampen umfunktioniert.

Firma gegründet

Gröbenzeller Schüler im Lampenfieber

Gröbenzell - Die sind im wahrsten Sinne im Lampenfieber: Für ihre Junior-Firma „Recygn“ an der Rudolf-Steiner-Schule basteln Schüler der 10. Klassen Leuchten aus Backformen, BHs und Kleiderbügeln. Bisher geht das Konzept sehr gut auf.

Stolz präsentieren Lena und Yael ihre Eigenkreation: Aus einer alten Schallplatte und kleinen roten Quasten haben sie eine Schirmlampe gebastelt. Das ist eines der vielen Modelle, die die Zehntklässler aus Müll hergestellt haben.

Aus Bast und Kleiderbügeln (v.l.) : Mascha, Johannes, Frederik und Lotte zeigen ihre Kreationen.

Für ihre Juniorfirma haben die Schüler Plastikbecher zusammengeklebt, Kleiderbügel verbogen und verbunden, Flaschen auseinandergeschnitten und Backformen durchbohrt. Finn und Elias haben aus weißen BHs und kleinen Holzbrettern eigenwillige Lampen gebastelt, bei Finn gehören auch noch ein paar Spiegel dazu.

Jedes Jahr stellen die Zehntklässler der Rudolf-Steiner-Schule eine Junior-Firma auf die Beine. Vom Institut der Deutschen Wirtschaft erhalten sie dafür 900 Euro, mit denen sie haushalten müssen. Das Unternehmen muss Steuern und Löhne zahlen, außerdem müssen die Schüler Anteile verkaufen, zum Beispiel an Eltern und Freunde, um die Finanzierung der Firma sicherzustellen. Die Schüler sollen so lernen, wie es in einem echten Unternehmen zugeht.

Von den BH-Bastlern Finn und Elias stammt die Idee zum Lampenladen. „Wir haben das zwar vorgeschlagen, aber anfangs war das gar nicht so ernst gemeint“, erinnert sich Finn. Doch dann hätten die Mitstreiter an dem Vorschlag Gefallen gefunden. Gemeinsam entwickelte das Team die Schülerfirma Recygn – eine Mischung aus Recycling und Design. Denn genau das ist das Programm des Junior-Unternehmens: Aus dem, was andere wegwerfen, wollen die jugendlichen Designer neue, stilvolle Objekte herstellen.

Alle Lampen sind Handarbeit. Sehr schnell ist eine Dosenlampe fertig, die Schüler haben schon Übung damit. Richtig lange dauert es, aus Plastik-Stamperlbechern eine Kugel zusammenzusetzen, einen Tag kann das schon in Anspruch nehmen. Etwa 80 Euro kostet die etwa kürbisgroße Leuchte, auf Schulmärkten haben die jungen Recygn-Mitarbeiter bereits einige verkauft. „Besonders die Bastlampe ist der Renner“, erzählt Schülerin Yael stolz. Ab elf Euro gibt es die bunten Kugeln aus Bastgeflecht, durch die das Licht in unregelmäßigen Vielecken scheint.

Die Gruppe ist zufrieden, dass sie auf Schulmärkten schon einiges eingenommen hat. Zuerst müssen die Anteile an die Eigner zurückgezahlt werden. Alles, was sie darüber hinaus am Projekt verdienen, wollen die umweltbewussten Designer für den guten Zweck spenden. Zum Schuljahresende wird die Firma dann aufgelöst.

Der größte Auftrag muss aber erst noch ausgeführt werden: Aus Uganda haben sie die Bestellung für eine Lampe aus Glasflaschen erhalten. Die besondere Herausforderung: Das Licht soll nicht gleichmäßig strahlen, sondern blinken. Die Schüler sind schon gespannt, wie ihrem afrikanischen Kunden die Recycling-Leuchte aus Gröbenzell gefällt. (mmh)

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