Gröbenzeller Spange spaltet S4-Bündnis

Östlicher Landkreis - Die SPD droht mit einem Ausstieg aus der Bürgerinitiative „S 4 Ausbau jetzt“. Grund: Das Bündnis verlinkt auf seiner Homepage auf die von der SPD abgelehnte Gröbenzeller Spange.

Ist die Gröbenzeller Spange vielleicht doch eine Alternative zu einem viergleisigen Ausbau der S 4-Strecke zwischen Pasing und Buchenau? Bei dieser Frage prallten beim Treffen der Bürgerinitiative „S4 Ausbau jetzt“ die Meinungen hart aufeinander. SPD Vertreter drohten sogar im Rahmen der Diskussion das überparteiliche Bündnis zu verlassen.

Stefan Baumgartner, Ingenieur für Verkehrswesen und einer der Entwickler der Spange, erläuterte bei dem Treffen die Vorteile seiner Idee. Dafür spreche vor allem der finanzielle Aspekt. Die Spange sei wesentlich günstiger zu realisieren als der Ausbau. Die Kosten für die Spange schätzt er auf rund 280 Millionen, die für den Ausbau der S 4 Strecke bis Buchenau auf 550 Millionen.

Zudem könnte beim Bau der Spange die für den S 4-Ausbau notwendige Vergrößerung des Westkopfes Pasing entfallen. Ebenso die viergleisige Strecke durch Aubing. Dort müsste wegen der vorgeschriebenen Trassenbreite in die Wohnbebauung eingegriffen werden.

Bei der Realisierung der Gröbenzeller Spange jedoch „müssten keine Häuser abgerissen werden, wie fälschlich behauptet wird“, sagte Baumgartner. Dem widersprach der Sozialdemokrat Peter Falk: „Es gibt Berechnungen von Experten, die zu Abrissen führen.“ Baumgartners Lagepläne seien geschönt.

Falk gefiel auch nicht, dass die Bürgerinitiative auf ihrer Homepage zur Vorstellung der Gröbenzeller Spange verlinkt. Deshalb warnte er gemeinsam mit seinem Puchheimer Parteifreund Norbert Seidl vor einem Austritt der Sozialdemokraten aus der Bürgerinitiative. „Wir könnten unsere organisatorische Unterstützung zurückziehen.“ Eine Warnung, die teils auf wenig Verständnis stieß. So stellte Andreas Barth von Pro Bahn klar: „Ich will auch Meinungen hören und sehen, die nicht meine sind.“ Er mahnte aber, „der Freistaat hat uns den Ausbau versprochen, wir dürfen ihn daraus nicht entlassen“.

Wie Falk so lehnte auch Michael Schrodi, Vorsitzender der Gröbenzeller Gemeinderatsfraktion und des SPD Unterbezirks Fürstenfeldbruck, die Spange als „einen völlig unbrauchbaren Vorschlag“ ab. Man dürfe hier nicht nach dem St. Florians-Prinzip vorgehen, also eine Strecke mehr belasten, um eine andere zu ertüchtigen.

Auch Thomas Brückner vom Bund Naturschutz sprach sich gegen die Spange aus Naturschutzgründen aus. Die Grafrather Grüne Elke Struzena hingegen fand, dass die Spange eine gute und kostengünstige Lösung sei. Offen zeigte sich der Puchheimer Grüne Manfred Sengl, er will sich, bevor er sich eine Meinung bildet, noch Experten anhören.

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