Beate Walter-Rosenheimer

Bundestagskandidatin präsentiert sich souverän

Olching – Das Kandidatengrillen, bei dem sich die Bewerber den Fragen des Publikums stellen müssen, ist bei so manchem Grünen gefürchtet. Vor allem das Nachbohren der grünen Jugend bereitet manchen im Vorfeld Sorgen.

Beate Walter-Rosenheimer hat das auf den Zahn Fühlen anlässlich ihrer Bewerbung für eine erneute Kandidatur für ein Bundestagsmandat in Olching gut gemeistert. Mit zwei Gegenstimmen und einer ungültigen Stimme wurde sie von den 30 Mitgliedern zur Direktkandidatin für die Bundestagswahl 2017 nominiert.

Das Grillen fiel auch moderat aus. Vertreter der grünen Jugend waren nicht anwesend oder meldeten sich nicht zu Wort. Mit Beate Walter-Rosenheimer ziehen die Grünen im Wahlkreis Fürstenfeldbruck/Dachau mit einer erfahrenen Kandidatin in den Bundestagswahlkampf. Die 51-jährige Psychologin sitzt bereits seit Dezember 2012 im Berliner Parlament, ist Sprecherin für Jugendpolitik und Ausbildung ihrer Fraktion, ist zudem unter anderem Mitglied des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technologie und ist Mitglied der Kinderkommission.

„Gerechtigkeit, die Gleichstellung der Frau, Kinderrechte, das sind meine Themen“, erläuterte Walter-Rosenheimer. Sie mache sich stark für Menschen die im Alter in Armut leben, aber auch für die Integration von Asylbewerbern, vor allem unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge, die unabhängig von ihrer Bleibeperspektive Zugang zu Bildungseinrichtungen bekommen müssten. Hier sparte sie nicht mit Kritik an den Entscheidungen der Bundesregierung. So betonte sie: „Das Integrationsgesetz verdient seinen Namen nicht.“ Es sei von Misstrauen und Ausgrenzung bestimmt. „Ich stimme keiner weiteren Aushöhlung des Asylrechts zu“, machte sie klar. „Ich bin gegen eine Ausweitung der Zahl sicherer Herkunftsländer.“ Zudem sprach sie bezüglich der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung von einer humanitären Katastrophe, denn „Deutschland hat seine Grenze an die EU-Außengrenze verlegt“.

Heftig kritisierte sie auch die zunehmenden Waffenexporte Deutschlands, auch an Länder wie Saudi-Arabien, ein Land, „wo Menschenrechte mit Füßen getreten werden“. Was können Bürger tun, um dies zu verhindern, wollte eine Parteifreundin von ihr wissen. Sich zusammenschließen, riet Walter-Rosenheimer. So sei auch etwas beim Thema Atomkraft erreicht worden. Auslandseinsätze der Bundewehr lehnt sie nicht grundsätzlich ab, machte aber klar: „Es muss nicht jeder Einsatz mitgemacht werden.“ Es käme aber darauf an, wo der Einsatz sei und was man sich davon verspreche. Bundeswehreinsätze innerhalb Deutschlands sieht sie kritisch.

Auf Nachfrage äußerte sich Beate Walter-Rosenheimer auch zu innerparteilich umstrittenen Themen. So kann sie sich ein bedingungsloses Grundeinkommen vorstellen, sagte aber auch: „Ich sehe dafür in der Fraktion kein Durchkommen.“

Stellung nahm sie auch zu möglichen Koalitionspartnern ihrer Partei nach der Bundestagswahl. Eine Partei schloss sie dabei kategorisch aus: „Eine Koalition mit der CSU kann ich mir nicht vorstellen.“  

sus

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