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Martin Runge

Wegen Hochwasserschutz 

Grüne fürchten enorme Kostensteigerung bei Südwestumfahrung

Die geplante Olchinger Südwestumfahrung könnte durch Bestimmungen zum Hochwasserschutz noch wesentlich teurer werden. 

Olching – Darauf hat jetzt der Gröbenzeller Grünen-Landtagsabgeordnete Martin Runge hingewiesen. Da die vorgesehene Trasse (fast komplett) im Überschwemmungsgebiet des Starzelbachs liegt, müsse hier wie bei jedem privaten Bauvorhaben ein wasserrechtliches Erlaubnisverfahren durchgeführt werden.

Darin legt das Wasserwirtschaftsamt (WWA) fest, mit welchen technischen Einrichtungen oder Versickerungsflächen verhindert werden muss, dass Nachbarn oder Unterlieger in größere Gefahr geraten, überschwemmt zu werden. Diese Auflagen könnten das Nutzen-Kosten-Verhältnis der neuen Straße noch weiter reduzieren, so Runge. Zumindest könnten sie aber Anlass sein, über das Projekt noch einmal nachzudenken.

Selbst, um drei Büsche im eigenen Garten anpflanzen zu dürfen – sofern der in einem Überschwemmungsgebiet liegt – brauche man heute eine wasserrechtliche Erlaubnis, sagte Runge bei einem Pressegespräch. Dann müsse man auch bei Projekten der öffentlichen Hand wie einer Staatsstraßen-Verlegung genau hinschauen dürfen. „Ich will nicht erleben, dass das Wasserwirtschaftsamt andere Maßstäbe anlegt als bei Privaten.“ Denn ohne dem WWA etwas unterstellen zu wollen, sei es schließlich kein Geheimnis, dass bayerische Behörden ein offenes Ohr für die Wünsche der Staatsregierung hätten. Die aber wolle die Südwestumfahrung „auf Teufel komm raus“ durchdrücken. Bis zum Abschluss des Wasser-Verfahrens kann jedenfalls nicht mit dem Bau begonnen werden. Danach bliebe den Betroffenen nur der Klageweg.

Unabhängig von der Hochwasser-Problematik hält Runge das Vorhaben aber ohnehin für einen „Irrwitz“. Der Landschaftsverbrauch sei enorm, ein Naherholungsgebiet werde zerschnitten und der Lebensraum von geschützten Arten wie dem jetzt erst entdeckten seltenen Braunkehlchen gefährdet. Und das für einen Straßenneubau, derviel Mehrbelastung vor allem für die Eichenauer bringe und nur wenige Olchinger tatsächlich entlaste. Auch einige aus der Olchinger SPD hielten die Umfahrung für „Unfug“, weiß Runge. Aber nur hinter vorgehaltener Hand, nicht öffentlich gegen die Parteilinie.  op

Das sagt das Staatliche Bauamt

Das Staatliche Bauamt in Freising arbeitet nach eigenen Angaben eng mit den Behörden wie Wasserwirtschaftsamt und Landratsamt in der Angelegenheit zusammen. Abteilungsleiterin Sylvia Pfister, die für Projekte unter anderem im Landkreis Fürstenfeldbruck zuständig ist, geht nicht davon aus, dass die Kosten beim Bau der Südwestumfahrung durch den Hochwasserschutz gesteigert werden. „Schon vor und während des Planfeststellungsverfahrens wurde berücksichtigt, dass es sich um ein Überschwemmungsgebiet handelt“, so Pfister. 

Der Umfang beziehungsweise Umriss des Starzelbach-Areals sei zwar verändert worden, das führe jedoch lediglich zu einer Anpassung der Planung. Es würden mehr Durchlässe für das Wasser geschaffen beziehungsweise würden Durchlässe verlagert werden. Pfister spricht sogar davon, dass es für Anwohner eine Verbesserung geben würde. Durch die neuen Begebenheiten würde sich das Wasser auf der Fläche an der bebauten Seite nicht mehr so hoch stauen. Der Bau der Trasse soll noch in diesem Jahr beginnen. (gar)






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