Grüne Jugend gründet sich

Fürstenfeldbruck - Dem ersten Versuch vor einigen Jahren war kein langes Leben beschieden. Nach dem zweiten Anlauf soll jetzt ein dauerhafter politischer Jugendverband entstehen.

Sieben junge Parteimitglieder hoben bei einem Treffen in Gröbenzell noch einmal die Grüne Jugend im Landkreis aus der Taufe. Etwa genau so viele Interessenten diskutierten beim Wiedergründungstreffen schon mal über künftige Pläne mit. Wie in der Mutterpartei gibt es zwei gleichberechtigte Vorsitzende. Die 19-jährige Laura Geßner und der 26-jährige Jan Halbauer studieren in München und wohnen in Maisach.

In der Hexe, früher Stammkneipe heutiger Alt-Grüner, mussten zwei Tische angebaut werden, um alle Mitglieder und neugierigen Sympathisanten - sowie die Beobachter von den Partei-Senioren - unterzubringen. Die meisten Teilnehmer stellten sich als Studenten vor, dazu kamen zwei Abiturienten und zwei Puchheimer Bürokauffrauen. Die Formalia waren schnell abgehakt: Laut Satzung gehört man bis einschließlich 27 zur Grünen Jugend, altersunabhängige Fördermitgliedschaften sind möglich. Um den fünfköpfigen Vorstand zu küren, genügte ein Schuhkarton mit Schlitz als Wahlurne. Schriftführerin wurde eine 24-jährige Philosophie-Studentin aus Puchheim.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Quatschen und Ratschen“ war dann Gelegenheit, sich zu beschnuppern und in freier Diskussion über erste Veranstaltungen zu reden. Geplant ist für den Tschernobyl-Jahrestag am 26. April ein Info-Stand in Bruck - allein worüber informieren? Mittlerweile sei doch jeder gegen AKWs, fand Jonas aus Emmering. Man müsse den Leuten erzählen, wie es ohne Kernkraft weitergehen soll. „Aufpassen, dass wir nicht auf die Mitleidstour kommen“, empfahl Anna. Denn mit dem „blöden typischen Grünen-Bild“ vom jammernden Besserwisser, dem nie geglaubt wurde, will die Partei-Jugend nicht identifiziert werden.

Ebenfalls nicht zum Jammern geeignet ist der zweite ins Auge gefasste Termin: Die Gründungsparty, vermutlich in Olching. Als gefragt wurde, wer denn Lust auf das Fest habe, meldete sich einer der stilleren Zuhörer als erster: Grünen-Gründervater Martin Runge. (olf paschen)

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