Der Böhmerweiher soll im kommenden Jahr zum Erholungsgebiet ausgebaut werden. Die Gröbenzeller Grünen sammeln derzeit Unterschriften gegen das Projekt. Archivfoto: Weber

Grüne sammeln Unterschriften gegen Böhmerweiher-Ausbau

Gröbenzell - Mit der Umwandlung des Böhmerweihers in ein Erholungsgebiet soll 2015 begonnen werden. Das kündigt jetzt der zuständige Erholungsflächenverein auf seiner Internetseite an.

Nachdem die Kommunen Gröbenzell, Puchheim und München im vergangenen Jahr nach langwierigen Verhandlungen gemeinsam mit dem Erholungsflächenverein das Areal um die beiden kleinen Seen angekauft haben, muss nun zunächst die Ausbauplanung erstellt werden. Der westliche See und Teile seines Umfeldes sollen als Badeareal genutzt werden, der östliche Bereich samt dem kleineren See ist als Biotop vorgesehen.

Ein erster Entwurf für den Ausbau wird derzeit noch einmal überarbeitet, aber in Kürze vorliegen, berichtet Jens Besenthal vom Erholungsflächenverein. Ende Juni soll der Entwurf den beteiligten Kommunen zugesandt werden. Details zum Plan will Besenthal nicht verraten, bevor nicht die beteiligten Kommunen darüber informiert sind. Dem Gröbenzeller Gemeinderat wird die Planung voraussichtlich am 10. Juli vorgestellt werden, kündigt Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) an.

Bei den Gröbenzeller Grünen stößt der Ausbau des Sees zum Erholungsgebiet nach wie vor auf Ablehnung. Sie hatten sich im Gemeinderat gemeinsam mit Klaus Coy (FDP) gegen eine Beteiligung der Gröbenbachgemeinde am Ankauf des Geländes, das im Grenzgebiet zwischen Landeshauptstadt, Gröbenzell und Puchheim liegt, ausgesprochen. In ihrem Kommunalwahl-Programm hatten die Grünen noch einmal deutlich gemacht, dass sie den Erhalt des Geländes als stilles Erholungsgebiet ohne zusätzliche Parkplätze fordern. Sie fürchten beim Ausbau des Sees zu einem überörtlichen Freizeitgelände massiven Parksuchverkehr in den angrenzenden Wohngebieten. Die Erschließungsstraße zum See liegt auf Gröbenzeller Flur.

Ihre Forderung wollen die Grünen nun durch eine Unterschriften-Aktion untermauern. Derzeit sind dazu Listen in der Gemeinde und unter den Badegästen am See unterwegs, berichtet die Ortssprecherin der Grünen, Annette Kilian-Sowade. Auch die CSU-Räte Thomas Breitenfellner und Andreas Berger hatten vor einem Jahr Parksuchverkehr befürchtet. Sie hatten sich daher im Herbst 2012 zunächst dagegen ausgesprochen, dass sich die Gemeinde am Ankauf des Geländes beteiligt. Auf ihren Antrag wurde dann der Planungsausschuss damit beauftragt, ein Konzept zu erarbeiten, dass die Anwohner vor dem zusätzlichen Verkehrsaufkommen schützen soll.

Vorgesehen sind derzeit lediglich 40 Parkplätze entlang der Zugangsstraße zum See. Das berichtet Schäfer, der einen ersten Entwurf bereits kurz zu Gesicht bekommen hat. Geplant sind ferner eine Liegefläche, eine Wasserwacht-Station, ein Kiosk, mögliche Grillplätze sowie Spielflächen. Schäfers Begeisterung über die Planung hält sich in Grenzen. „Ich hätte es mir kleiner, naturbelassener vorgestellt“, sagt er. (sus)

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