Grundschulen feiern Partnerschaft in Togo

Maisach - Seit 25 Jahren besteht die interkontinentale Partnerschaft zwischen der Grundschule in Maisach und der Grundschule in Mattema/Togo. Der Geburtstag wurde mit einem großen Fest in dem togoischen Dorf gefeiert.

Das Partnerschafts-Projekt fand seinen Anfang, als die Kinder von Togohilfe-Chefin Margret in die Maisacher Grundschule gingen. „Ich habe damals die Lehrer gewarnt, dass es sein kann, dass die Hausaufgaben meiner Kinder für die nächste Zeit nicht ganz korrekt sind, weil ich für einige Zeit in Togo bin.“ Lehrer und Eltern waren daraufhin ganz interessiert. Dem Vortrag Kopps über die Togohilfe und ihre Arbeit in Togo - eigentlich war er nur für eine Klasse gedacht - lauschte plötzlich die ganze Schule. Und man beschloss zu helfen.

Die 62-Jährige engagierte sich bereits seit Anfang der 1980er-Jahre für Togo. Zuerst waren es nur Übersetzungs- und Dolmetscher-Aufgaben, aber schon bei ihrer ersten Reise in das Land packte sie der Togo-Virus. „Die Togohilfe ist für mich zu einer Lebensaufgabe geworden“, erzählt sie.

Am Anfang der Grundschul-Partnerschaft stand ein Schulfest, an dem sich sämtliche Klassen der Grundschule Maisach beteiligten. Bei ihrem Vortrag hatte Kopp vom Bau einer Grundschule in dem kleinen Dorf Mattema erzählt - dieses Projekt wollte man nun unterstützen.

Schritt für Schritt entwickelte sich das Ganze weiter. Nach dem Bau der Schule wurden eine Schülerbibliothek eingerichtet und Lehrerwohnungen errichtet. Dass die Pädagogen ihre eigene Unterkunft haben und nebenbei etwas auf dem Feld anbauen können, führt auch zu einer Verbesserung der Unterrichtsqualität, wie Kopp erklärt: „Lehrern wird vom Staat eine bestimmte Schule zugewiesen. Wenn die Bedingungen dort aber nicht gut sind, verlassen die Lehrer den Ort nach abgeleisteter Lehrzeit wieder.“ Das Angebot für die Lehrer in Mattema sorgt dafür, dass sie gerne und vor allem länger dort bleiben. Dadurch kann sich eine Beziehung zwischen ihnen und ihren Schützlingen aufbauen, was zu einem besseren Unterrichtsklima führt. Inzwischen ist Mattema bei den Lehrern als Einsatzort sehr beliebt.

Der Lernerfolg der Schüler trage auch zur Entwicklung der gesamten Region bei. „Wenn die jungen Leute die Schule abschließen, können sie ihr Wissen und ihre Fähigkeiten einbringen. Sie haben gelernt, größere Zusammenhänge zu verstehen. Viele ehemalige Schüler unterstützen ihr Dorf und ihre Schule“, erzählt Kopp. Inzwischen gibt es in Mattema nämlich auch eine Realschule, die Gebäude des Gymnasiums sind noch im Bau.

Für die Schule wurden zudem Lese- und Lehrbücher angeschafft. In regelmäßigen Abständen werden auch Kleiderspenden nach Mattema transportiert. Aktuell finanziert die Grundschule Maisach die Schulkantine. „Für viele Menschen dort ist die Schulspeisung ein Grund, ihr Kind in die Schule zu schicken, da diese daheim nichts zu essen bekommen würden“, meint die Maisacherin.

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums und des diesjährigen Besuchs von Margret Kopp veranstaltete das ganze etwa 4000-köpfige Dorf ein Fest. Ein großes Plakat empfing die Maisacherin und ihre Begleiter schon am Ortseingang. „Vor dem Schulgelände warteten die Dorfältesten, um uns mit ehrenvollen Riten zu begrüßen. Sie beten dort zu den Ahnen, dass jeder wieder gesund zu seiner Familie zurückkehrt“, sagt die 62-Jährige. Das Lehrerkollegium, aber auch Schüler mit ihren Eltern und Geschwistern waren trotz Ferienzeit gekommen, um die langjährige Freundschaft zu feiern.

Traditionelle Tänze und Musik bereicherten das Fest. Nachdem sich alle bei Hühnchen mit Reis und (Hirse-)Bier oder Wasser gestärkt hatten fand das Auftaktspiel zu einem Fußballturnier für alle Schulen der Region statt. (ver)

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