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Zwei Tage lang haben fleißig Helfer in St. Margareta geputzt. Nach zweijähriger Sanierung wird die Kirche am 23. Juli wiedereröffnet.

Nach der Sanierung

Das ist der Putztrupp von St. Margareta

Staubsaugerdröhnen statt Chorgesang, Putzlumpen statt Liederzettel und ein emsiges Treiben statt andächtig geneigter Köpfe beim Gottesdienst: In St. Margareta in Günzlhofen wird sauber gemacht. Denn nach zweijähriger Sanierung wird die Kirche bald wiedereröffnet.

Günzlhofen St. Margareta wird auf Hochglanz poliert nach der Kirchenrenovierung. Viele helfende Hände haben sich eingefunden, um bei der zweitägigen Putzaktion mitzuhelfen. Denn bis zur Wiedereröffnung zum Patrozinium am 23. Juli ist noch einiges zu tun. Und schließlich soll ja auch sichtbar werden, was sich getan hat in den vergangenen zwei Jahren.

Während der Restaurierungsarbeiten wurden die Gottesdienste in der kleineren Klosterkirche in Spielberg zelebriert, größere Festlichkeiten wie etwa die Kommunion wurden in Hattenhofen gefeiert. Nun ist es aber geschafft – fast. Dem Aufruf im gemeindlichen Mitteilungsblatt, dem Lindwurmkurier, sich für die Putzaktion zu melden, waren anfangs nur wenige gefolgt. Ein erneuter Appell erfolgte nach der Prozession zu Fronleichnam.

Im Kirchenschiff hat die Putzkolonne jede Ritze gereinigt

Als es dann soweit war, konnte Mesner Josef Hörmann erleichtert aufatmen: Es waren weitaus mehr Helfer angerückt als angekündigt – fast jeder hatte sein eigenes „Werkzeug“ dabei, also Besen und Schrubber. Und diese vielen Freiwilligen waren auch nötig. Bereits am frühen Morgen machten sich die ersten beiden Helfer bereit, mit Mundschutz und Staubsauger. Fünf Stunden lang wurde im Kirchturm gesaugt und gesäubert. „Die beiden sahen hinterher ganz grau aus“, berichtet der Mesner.

Ab mittags ging es dann ebenerdig weiter, die Putzkolonne machte sich im Kirchenschiff an die Arbeit. Jede Ritze wurde vom Staub befreit, der sich im Zuge der Restaurierung niedergelegt hatte. „Es sind so viele da zum Helfen, da läuft es einfach gut“, fand Marianne Neumayr vom Pfarrgemeinderat. Die Brotzeit hinterher hatten sich alle verdient. Am zweiten Tag ging es dann nach draußen. Mit einer Hebebühne wurden die Fenster gereinigt – das war etwas für die Schwindelfreien.

Das alles ist für 1,2 Millionen Euro saniert worden

Seit April 2015 wurde in St. Margareta in Günzlhofen (Gemeinde Oberschweinbach) untersucht, begutachtet, geplant und restauriert. Die Gesamtkosten betragen rund 1,2 Millionen Euro, der Eigenanteil der Pfarrgemeine sind etwa 360 000 Euro. Im Rahmen der beiden Spendenaufrufaktionen sind 47 000 Euro zusammen gekommen.

Getan hat sich einiges: Im Zuge der Restaurierungsarbeiten wurden die ersten beiden Kirchenbänke entfernt.

Außerdem wurde das Taufbeckenauf die gegenüberliegende Seite des Kirchenschiffs verlegt. Das Becken wird datiert auf das Jahr 1487 und gilt als seltenes Zeugnis für mittelalterliche Steinmetzkunst. Auf dem Taufsteindeckel ist nun wieder die Figur von Johannes dem Täufer zu sehen (von 1879). Bei der Kanzel, die aus dem Jahr 1868 stammt, wurde die weiße Farbe entfernt, mit der sie übermalt worden war. Nun ist die ursprüngliche Farbe zu sehen. Der Kanzelaufsatz, der jahrelang auf dem Dachboden gelagert wurde und Johannes den Prediger zeigt, wurde erneut angebracht.

Das Festprogramm zur Wiedereröffnung von St. Margareta in Günzlhofen

  • Donnerstag, 13. Juli: Lichterprozession zur Fatima-Grotte und Gedenkstein-Enthüllung, Pfarrer Alois Bendert (21 Uhr)
  • Mittwoch, 19. Juli: Abendgebet in der Pfarrkirche, anschließend Dämmerschoppen (20 Uhr)
  • Freitag, 21. Juli: Festakt in der Pfarrkirche mit Archivar Stefan Pfannes, Überreichung der Patenschaftsurkunden (20 Uhr)
  • Sonntag, 23. Juli: Festgottesdienst (Abt Johannes Eckert von St. Bonifaz) (10 Uhr); feierliche Vesper (16.30 Uhr)

von Stephanie Hartl

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