In München

Gullydeckel-Räuber vor Gericht

Mit einer ausgefallenen Masche brach eine Bande Handy-Läden in der Region München auf: Ihre Mitglieder rissen stets einen Gullydeckel aus der Straße und schleuderten ihn in ein Schaufenster – auch im Kreis Bruck.

Olching – Die Einbrecher hatten es auf wertvolle Mobiltelefone abgesehen, die sie anschließend zum größten Teil weiterverkauften. Zu den Tatorten zählen Gernlinden und Olching. Seit gestern müssen sich drei rumänische Brüder (19, 26 und 28 Jahre alt) wegen schweren Bandendiebstahls in acht Fällen und bandenmäßigen Betrugs vor dem Landgericht München II verantworten.

Insgesamt soll das Trio Waren im Wert von fast 35 000 Euro mitgenommen und einen Sachschaden von fast 15 000 Euro angerichtet haben. Um die schweren Gullydeckel in die Scheiben zu werfen, waren jeweils zwei Männer nötig. Der dritte stand Schmiere.

Die erste bekannte Tat ereignete sich am 14. Oktober 2015 

egen 2.30 Uhr in einem Handyladen in München. Laut Anklage zerschmetterten die Brüder das Sicherheitsglas der Eingangstür und stahlen zehn Handys im Wert von 4500 Euro. Genauso gingen sie am 26. November in einem anderen Laden vor, wo sie vier Handys und ein Tablet ergaunerten.

Am 26. Oktober kurz nach Mitternacht schlug die Bande laut Ermittlern in einem Supermarkt in Gernlinden zu. Auch dort schnappten sich die Täter einen Gullydeckel und zerstörten damit die gläserne Schiebetür des Marktes. Im Innenraum entwendeten sie Zigaretten im Wert von 18 Euro. Dann jedoch wurden sie entdeckt, sodass sie fliehen mussten. Ein paar Tage später, am 1. November, war dann ein Handygeschäft in Olching dran. Hier warfen die Einbrecher ein Schaufenster auf der Rückseite ein. Beute: elf Telefone im Wert von rund 8300 Euro. Ein anderes Handygeschäft in Olching bekam am 13. November 2015 ungebetenen Besuch. Hier ließen die Rumänen sieben Mobiltelefone und Tablets mitgehen.

In der Nacht auf den 10. Dezember 2015 verlagerte die Bande ihre Aktionen nach Ebersberg. Die Methode blieb die gleiche: Die Männer hoben einen Gullydeckel aus der Straße und zerschmissen damit die gläserne Eingangstür eines Telefonladens. Die letzte bekannte Tat ereignete sich am 12. Januar 2016: In einem Geschäft in Markt Schwaben ergaunerten die Täter zwölf Geräte im Wert von 6500 Euro.

Einmal soll es die Bande auch nach Erding verschlagen haben. In der Nacht des 31. Dezember 2015 suchte sie ein IT-Geschäft auf Aus dem Laden entwendeten die Männer laut Anklage fünf iphone 6 S und 6 S Plus im Gesamtwert von 2600 Euro.

Alle drei Brüder haben keinen Beruf, verdingten sich als Arbeiter auf dem Bau, bei der Ernte oder als Kurierfahrer. Die zwei älteren sind bereits vorbestraft. Alle drei, vor allem aber der 26-Jährige, verfielen während der Verhandlung immer wieder in heftiges Gelächter. Angeblich leidet der 26-Jährige unter Psychosen. Er möchte nach London, sagte er, um „die Königin kennen zu lernen“. Sie habe ihm im Fernsehen Ländereien versprochen. Zu den Anklagepunkten haben sich die Rumänen bisher nicht geäußert. Der Prozess dauert an. (gut)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Jesus-Figur zerbrochen: War es der Sturm?
Bei Langwied in Moorenweis ist eine Jesus-Figur von einem Kreuz gefallen und zerbrochen. Die Polizei ermittelt.
Jesus-Figur zerbrochen: War es der Sturm?
Riesiger Bovist
Erst beim zweiten Hinsehen erkannte Jörg Lohfink aus Wenigmünchen, welchen Fund er da beim Gassigehen mit seinem Hund gemacht hatte:
Riesiger Bovist
Schnelles Internet für Allings Ortsteile
Schnelles Internet bekommen nun auch die Allinger Ortsteile Biburg, Holzhausen und Wagelsried.
Schnelles Internet für Allings Ortsteile
Dorfweiher vom  Schlamm befreit
 Ganz schön trüb war zuletzt der Löschweiher im Allinger Ortsteil Holzhausen. Sogar die Wasserversorgung aus dem Teich war nicht mehr gewährleistet. 
Dorfweiher vom  Schlamm befreit

Kommentare