Stadthalle

Der Hader spielt sich selbst am besten

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Germering – „Hader spielt Hader“: Mit diesem Programm war der Wiener Kabarettist und Schauspieler Josef Hader am Wochenende nicht zum ersten Mal in der Stadthalle.

Aber auch wenn man einige der Nummern schon kennt – ob vom letzten Gastspiel oder von einem der vielen TV-Auftritte –, verlässt man gemeinsam mit den rund 1000 Besuchern nach gut zweieinhalb Stunden begeistert den Orlandosaal und findet: Das hätte ruhig noch etwas länger dauern können.

Josef Hader beherrscht es perfekt, das Publikum mit seinem bös-charmanten Schmäh zu verführen. Da wickelt er die Zuhörer plaudernd um den Finger, gibt scheinbar Privatestes preis und erzählt aus seinem Leben. Bei einer Aufzählung von pauschalen Vorurteilen, die er liebe, geht ihm das Publikum auf den Leim und johlt und klatscht politisch völlig unkorrekt bei folgenden Klischees: Während bei „Deutschland – Hitler, Österreich – Beethoven“ noch genüsslich gelacht wird, ändert sich das bei „Franzosen: Wein saufen, keine Fremdsprachen, unfreundlich“.

Mit zu den schönsten Momenten des Abends gehört es, wenn Hader sich ans E-Piano setzt und singt – wobei „schön“ bei Hader immer auch etwas Unerwartetes oder Verstörendes hat. Text und Melodie bewegen sich bei ihm eigentlich immer extrem gegensätzlich: Die schönsten Töne werden von absurden oder bösen Texten unterwandert. „So ist das Leben“ beispielsweise endet mit den Zeilen: „Die Meisten sind Topfenneger/Im Urlaub haben sie einen Tennisschläger/ Und in der Nacht fahren sie besoffen übern Randstein/ Und sind Lärmerreger und dann brauchen sie einen Wagenheber/So ist das Leben/ Der Eine kommt nach Paris/ Der Andere nicht“.

So ist der Hader. Das Publikum goutiert es und feiert ihn mit minutenlangen Applaus.

kg

Rubriklistenbild: © dpa

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