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Total erschöpft: Nach 47,4 anstrengenden Kilometern liegt Denise Schindler ausgepumpt am Boden.

Radsportlerin Denise Schindler

Paralympics: Hätte hätte Fahrradkette

Olching - Radsportlerin Denise Schindler hadert mit der Bronzemedaille im Straßenrennen – freut sich nun aber auf ihr Zuhause in Olching.

Die Glückwünsche nahm Denise Schindler im Ziel nur sehr zögerlich entgegen. „Alles Gute, wenn man das so sagen kann.“ – „Ja, doch schon.“ Die Radsportlerin aus Olching hatte zu ihrem Abschluss der Wettkämpfe bei den Paralympischen Spielen in Rio de Janeiro am Freitagabend Bronze im Straßenrennen gewonnen. Das Rennen war bis zum Ende offen gewesen und wurde erst im Schlusssprint entschieden. „Das war echt ‘ne enge Kiste“, sagte Schindler, die hinter der US-Amerikanerin Jamie Whitmore und Sini Zeng aus China landete.

Das Feld lag sehr lange zusammen, was untypisch ist für den Rennverlauf bei den Frauen. Untypisch ist auch die Kombination Denise Schindler und Sprint – ihre Stärken liegen eher im Ausdauerbereich. „Aber wenn ich taktisch intelligenter gesprintet hätte, dann hätte ich zu Gold fahren können. Das wäre schön gewesen. Aber hätte hätte Fahrradkette.“

Sie hatte den Sprint auf der 47,4 Kilometer langen, überwiegend flachen Strecke mit tückischen Bergen im Schlussteil ihrem Empfinden nach zu früh angezogen, und dann fehlte ihr eben wegen der Berge im entscheidenden Moment die Kraft. Und hatte Denise Schindler nach ihrem ersten Rennen in Rio, der Einzelverfolgung über 3000 Meter auf der Bahn, noch damit gehadert, dass sie mit einer Zeit, die sie dazu berechtigt hätte um die Bronzemedaille zu fahren, disqualifiziert worden war, haderte sie nun mit der Bronzemedaille. „Ich hätte schon gerne Gold gewonnen“, sagte Schindler, die Enttäuschung war deutlich herauszuhören.

Dennoch wollte sie an diesem Abend in das Deutsche Haus gehen. Die Erkältung, die sie noch beim Zeitfahren geplagt hatte, hatte sie auch mit ärztlicher Hilfe gut in den Griff gekriegt, und sie hatte so lange und intensiv auf diese Paralympics hingearbeitet, außer Bronze im Straßenrennen auch Silber im Zeitfahren gewonnen, „da kann auch mal gefeiert werden“.

So wie in Rio mit einer Gruppe ihr wichtiger Menschen – ihrer Mentaltrainerin, ihrem Vater und ihrem Frisör – wird Denise Schindler auch erst einmal feiern, wenn sie nach Olching kommt. Ein „Siegerflieger“ der Lufthansa bringt die Deutsche Paralympische Mannschaft am heutigen Montag nach Deutschland. Es folgt eine Woche Urlaub im Rahmen der Veranstaltung „Champion des Jahres“ in Spanien, zu der die Deutsche Sporthilfe die erfolgreichsten Spitzenathleten eines Jahres einlädt.

„Ich sehe gerne etwas von der Welt und lerne andere Menschen kennen“, sagt Schindler, was bei ihrem Lebensstil als Leistungssportlerin durchaus hilfreich ist. Drei Wochen war sie, die im ehemaligen Karl-Marx-Stadt geboren wurde und in Bayern aufgewachsen ist, im vergangenen Jahr zu Hause in Olching, sonst in Trainingslagern und auf Wettkämpfen unterwegs. „Ich fühle mich dort zu Hause, wo mein Bett ist, ich bin überall auf der Welt zu Hause.“ Aber nun freut Denise Schindler sich darauf, endlich einmal auch zu Hause in Olching zu sein. Ohne Wenn und Aber.

von Martina Farmbauer

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