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Dicht bewachsen ist der Kester-Haeusler-Park. 

Nach der Fledermaus-Debatte

Haeusler-Park: Bäume sollen bis März weg

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Der Bau des Kinderhauses im Kester-Haeusler-Park rückt wieder in greifbare Nähe. Zumindest befürwortete der Planungs- und Bauausschuss, dass vor 28. Februar bis zu 32 Bäume deshalb gefällt werden. Und das noch bevor endgültig beschlossen wurde, dass überhaupt gebaut werden soll.

Fürstenfeldbruck Dass für den Bau Bäume weichen müssen wurde schon in einer früheren Sitzung kritisch diskutiert. Vor allem, weil darin Fledermäuse vermutet wurden (siehe Kasten). Wenn der Stadtrat der Empfehlung des Ausschusses in seiner Sitzung am Dienstag, 21. Februar, nun folgt, werden die 32 Stämme – davon sind laut Verwaltung 21 erhaltenswert – endgültig gerodet. Über den Bau des Hauses wird aber erst im März abgestimmt.

Doch die Zeit drängt. Denn nur bis Ende Februar darf das Grün abgeholzt werden. Danach beginnt die Brutzeit der Vögel und die Stadt bräuchte eine Ausnahmegenehmigung. Das würde den Bau der Einrichtung für 111 Kinder nochmals verzögern. Der Plan ist aber, das Haus im September 2018 zum neuen Kindergartenjahr zu öffnen. Wie der amtierende Bürgermeister Erich Raff (CSU) in der Sitzung sagte, „stehen sonst mindestens 70 Kinder auf der Straße“. 62 erhalten bereits 2017 eine Absage. Ihnen will die Verwaltung wenigstens eine Perspektive geben.

Die Mitglieder des Bund Naturschutz kritisieren die Pläne der Stadt scharf. Besonders, weil nun wohl noch mehr Bäume fallen sollen, als ursprünglich gedacht. Der Gehweg, der nahe des Karl-Trautmann-Wegs zum Kinderhaus führen sollte, wurde auf Wunsch der Anwohner nochmals verlegt – in ein bewachsenes Areal. Die Nachbarn hatten 2016 angedroht, gegen die Pläne der Stadt zu klagen. Wegen der neuerlichen Änderung zeigen sie sich laut Verwaltung aber versöhnlich – auch, weil für sie ein Sichtschutz gebaut werden soll.

Einige Stadträte kritisierten in der Sitzung, dass die Stämme nun schon gefällt werden sollen. Vor allem die in der geplanten Zufahrt, die so noch gar nicht feststeht. Stadtbaumeister Martin Kornacher wies allerdings darauf hin, dass die Bäume dort wegen der Baustellenzufahrt wohl ohnehin weg müssten. Hans Schilling (CSU) – selbst im Baugewerbe – versicherte, dass kein Baum mehr fallen werde, als unbedingt nötig.

Den Bauherrn, die Haeusler-Stiftung, will die Stadt dazu verpflichten, das gerodete Grün nachzupflanzen – sollte die Stadt im März nicht wie gedacht beschließen, dass das Haus errichtet wird. Die Ausschuss-Mitglieder sprachen sich gegen die Stimmen von Karl Danke (BBV) und Uli Schmetz (SPD) für die frühzeitige Abholzung aus.

Was ist eigentlich mit den Fledermäusen?

Kritisch beäugt worden war bereits bei den Beratungen 2016, dass in den Baumhöhlen im Kester-Haeusler-Park Fledermäuse und Vögel leben könnten. Ein Gutachten, das vergangenes Jahr erstellt worden war, belegt nun, dass nur eine Kastanie ein so genannter potenzieller Quartierbaum ist. Frische Spuren von Fledermäusen oder Vögeln wurden aber auch darin nicht gefunden. Allerdings konnte mit der Endoskop-Kamera ein Winkel einer Höhle der Kastanie nicht komplett erkundet werden, so dass laut Stadt erst zumindest einzelne Fledermäuse nicht gänzlich ausgeschlossen werden könnten. Der Stamm wurde mit einer Spezialfolie umwickelt, damit sich dort keine Tiere einnisten. Potenzielle Bewohner hätten aber ausfliegen können. Nun darf das Gehölz in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde gefällt werden. Das Stück mit dem Baumloch wird zusätzlich vorsichtig einzeln ausgesägt. Außerdem wurden bereits Brutkästen für Fledermäuse und Vögel als eventueller Ersatz aufgehängt

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