Rein ins Getümmel: Die Rugby-Duelle des Brucker TuS werden auf der Klosterwiese ausgetragen. foto: metzler

Dort Nationalsport, hier Exotensparte

Halb Fußball, halb Football: Das ist Rugby

Fürstenfeldbruck - Oft wird Rugby mit American Football verwechselt. Dabei hat sich Rugby in England aus dem Fußball entwickelt und ist dort Kult.

Rugby ist durchaus so etwas wie ein Gruppenkampfsport, bei dem Körpereinsatz erlaubt ist, auch wenn nur der Ballträger angegriffen werden darf. Im Gegensatz zum Football ist das Spiel flüssiger und hat weniger Unterbrechungen. In den letzten Jahren hat aber Rugby immer mehr Fans dazugewonnen. Nachdem viele das Spiel zunächst als brutal und rücksichtslos verurteilt hatten, weckt Rugby bei näherem Hinsehen nun doch bei vielen Europäern Interesse, stellenweise sogar eine gewisse Faszination.

Nicht zuletzt wegen der mehrwöchigen Weltmeisterschaft im Sommer in England, die sich auch hierzulande zunehmender TV-Gunst erfreute. Denn das Turnier ist nach der Fußball-WM und den Olympischen Spielen das drittgrößte Sportereignis der Welt. Die Spiele wurden in 200 Länder übertragen. In Deutschland zeigte der Spartensender „Eurosport“ einige Begegnungen sogar live. Enorm populär ist Rugby aber vor allem in England, Australien, Neuseeland und Frankreich.

14.000 Mitglieder im Deutschen Rugby-Verband

Der Deutsche Rugby-Verband (DRV) zählt rund 14 000 Mitglieder, es gibt nur etwas mehr als 100 Vereine. Zum Vergleich: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kommt derzeit auf rund sieben Millionen Aktive. Im vergangenen Jahr feierte der Brucker Rugby-Club, eine zur großen TuS-Familie gehörende Abteilung, sein 30-jähriges Jubiläum. Im Landkreis wird Rugby darüber hinaus nur in Gröbenzell angeboten – allerdings ausschließlich für Kinder und Jugendliche (Mädchen und Buben) zwischen fünf und 15 Jahren.

Kurios war die Gründung der Rugby-Abteilung beim TuS im Jahre 1985, damals die zweite in Bayern. Mitglieder der Karate-Abteilung suchten Abwechslung zum sonstigen monotonen Aufwärmen und verschrieben sich dabei dem Rugby. Davon fasziniert, trat das Rugby-Team nach einigen Freundschafts- und Trainingsspielchen der baden-württembergischen Regionalliga bei. Größter Star war über viele Jahre Anke Schmette. Die Kindergärtnerin war Langzeit-Kapitän bei der deutschen Nationalmannschaft und wurde später vom FC St. Pauli verpflichtet, dessen Frauenteam in der Bundesliga spielte.

Neben Punktspielen in Heidelberg, Stuttgart, Pforzheim und Karlsruhe wurden von Brucks Männern viele Turniere gegen US-Army-Mannschaften ausgetragen. Nach elf Jahren schloss sich die TuS-Riege dem 1996 gegründeten Bayerischen Rugby-Verband an. Nach einigen Erfolgen (bayerischer Pokalsieger und Regionalliga-Meister 2000) fiel die Mannschaft auseinander. Die Spieler waren zu alt, die Jugendarbeit wurde vernachlässigt. Inzwischen gibt es wieder mehrere Jugend-, eine Männer-Crew (Verbandsliga) und seit 2014 auch ein Frauenteam. (dm)

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