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Der Jubel kennt keine Grenzen mehr. Brucks TuS-Handballer begeistern die Massen.

Handball-3.-Bundesliga

Der Wahnsinn geht weiter: Halle beim TuS-Triumph wegen Überfüllung zugesperrt

Fürstenfeldbruck - Mit einem 31:26-Heimsieg über die HSG Groß-Bieberau/Modau hat der TuS Fürstenfeldbruck den Tabellenzweiten gestürzt und selbst die Platz für die mögliche Aufstiegsrelegation in die 2. Bundesliga eingenommen.

Die Wittelsbacher-Halle wurde kurz vor Spielbeginn wegen Überfüllung zugesperrt. „Sie ist für 1000 Zuschauer zugelassen,“ erklärte der als amtierender Bürgermeister auch für die Sicherheit zuständige Alt-Manager Erich Raff die Maßnahme. Tatsächlich dürften einige Fans mehr durchgeschlüpft sein.

Dabei lagen die Schützlinge von TuS-Trainer Martin Wild bis zur 18. Minute mit 6:9 im Hintertreffen. Die Unterschiede beider Teams waren zu diesem Zeitpunkt unverkennbar: Bieberau agierte reifer in seiner Offensive und hat sich perfekt auf TuS-Torjäger Sebastian Meinzer eingestellt. Wild reagierte und schickte Tizian Maier aufs Feld – ein spielentscheidender Coup, wie sich hinterher herausstelle. Bevor der drahtige Eichenauer die hessische Bank, auf der sich Trainer Ralf Ludwig mit Zuschauern, Schiedsrichtern und seinem TuS-Kollegen giftige Scharmützel lieferte, in Wallung brachte, entlastete er Meinzer und Maximilian Lentner im Angriff. Fast alles, was Maier anpackte, hat geklappt: Schlaue Anspiele, pfiffige Finten, spektakuläre Tore. Der gelernte Bankkaufmann war zwischen der 18. und 29.Minute nicht zu stoppen. Das nervte Bieberau.

Als Maier bei einem Angriffsversuch stürzte, trat Bieberaus bis dahin brandgefährlicher Modellathlet Daniel Zele zu. Das Schiedsrichterurteil folgte prompt: Rote Karte mit schriftlich hinterlegtem Sonderbericht ans Sportgericht in Dortmund. Der hessische Coach tobte wie ein Rumpelstilzchen und boykottierte später die Pressekonferenz. Dort machte sein Assistent Nils Arnold keinen Hehl daraus, dass „wir durch diese Rote Karte massiv geschwächt wurden“. Auch der zweite Feldverweis gegen Till Buschmann (wegen dreier Zeitstrafen) wurmte den Betreuer. Und der ließ kein gutes Haar an die Regelhüter: „Mit diesen Schiedsrichterleistungen hätten wir 110 oder 120 Prozent Leistung bringen müssen, um zu gewinnen.“

Derweil ließ sich Wild von der begeisterten Fangemeinde feiern: „Ich habe mir bei den bisherigen Heimspielen oft gedacht, dass das nicht mehr zu toppen ist. Und ich werde immer wieder eines Besseren belehrt.“ Nächsten Samstag ist wieder Heimspieltag. Dann geht’s gegen Baunatal.

Udo Litterscheid

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