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Die beiden Abenteurer Markus Merkl (l.) und Ludwig Müller sind bereit für die „European 5000 Rallye“.

Rallye mit besonderen Vorgaben

Zwei Freunde auf wilder Fahrt durch Europa - So wollen sie dabei auch Gutes tun

Zwei Freunde machen sich auf den Weg quer durch Europa. Sie sind Teilnehmer der „European 5000 Rallye“. Ziel ist es nicht nur Strecke zu machen, sondern auch Gutes zu tun.

Haspelmoor– Zehn Länder in zwölf Tagen – 5000 Kilometer quer durch Europa. Mit einem 24 Jahre alten Auto begeben sich Markus Merkl aus Haspelmoor und Ludwig Müller aus Türkenfeld auf dieses Abenteuer. Den langjährigen Freunden ist dabei wichtig, dass ihre Mission auch einen sinnvollen Zweck erfüllt.

Vom Meeresspiegel geht es auf über 3000 Meter, von Minus fünf Grad auf plus 35 Grad. Für manche mag der Plan von Müller und Merkl nach einem mehr als waghalsigen Unterfangen klingen. Für die Jungs aus dem westlichen Landkreis bedeutet die „European 5000 Rallye“ jedoch vor allem eines – Freiheit und Abenteuer.

Das Duo ist fast zwei Wochen unterwegs

Die Route für die 333 teilnehmenden Teams ist genau vorgegeben. Der Startschuss erfolgt am Samstag, 7. September, in München. Der Weg führt über Österreich und die Schweiz, Italien, Frankreich, Monaco, Andorra, Spanien sowie Belgien und endet schließlich am Donnerstag, 19. September, in Amsterdam. Bei der Zieleinfahrt können sich die beiden bereits jetzt schon auf zahlreiche Unterstützer aus der Heimat freuen, denn zahlreiche Freunde und Familienmitglieder haben sich angekündigt, mit denen die beiden Abenteurer das Wochenende in Hollands Hauptstadt verbringen werden.

Die Veranstalter haben neben der Route noch weitere Vorgaben angegeben. Sie verlangen, dass die Teilnehmer ein mindestens 20 Jahre altes Auto fahren. Mark und Ludwig haben sich für einen Suzuki Samurai 95er-Baujahr entschieden. Das Fahrzeug haben sie Anfang des Jahres mit einem Getriebeschaden gekauft. Mittlerweile ist es wieder funktionstüchtig. „Wir haben anfangs viel rein investiert“, erklärt Müller. Der 27-Jährige und sein zwei Jahre älterer Kumpel sind Bastler aus Leidenschaft. Das Schrauben ist ihr Hobby.

Navi und Autobahnen sind tabu

Als weitere Vorgabe dürfen sie weder ein Navigationsgerät, noch Autobahnen benutzen. Zu guter Letzt müssen die Abenteurer im vorhinein Spenden für einen guten Zweck sammeln. Die beiden haben bereits über 1000 Euro für die „Initiative Krebskranke Kinder München“ gesammelt. Da sie in ihrem persönlichen Umfeld einige Krebsfälle verkraften mussten, fiel die Entscheidung zugunsten dieses Projekts. „Auch Firmen können unser Vorhaben gerne unterstützen“, sagt Mark. Das jeweilige Logo landet dann auf dem Auto und fährt mit quer durch Europa. Das Geld komme zu einhundert Prozent bei den Kindern an, versprechen sie.

Bereits als sich die beiden vor elf Jahren kennen lernten, spielte ein Fahrzeug die Hauptrolle. Ludwig Müller wollte als 16-Jähriger ein Motorrad kaufen. Über seinen zwei Jahre älteren Bruder erfuhr er, dass sich ein Schulfreund bestens damit auskennt. So besorgte Markus Merkl, der von seinen Freunden nur Mark genannt wird, das Motorrad. „Für 605 Euro und ein Pizzastück“, sagt Müller grinsend. Mittlerweile sind sie Arbeitskollegen bei MAN in Augsburg und haben vor allem etliche Urlaube gemeinsam erlebt.

Die Freunde freuen sich auf Gleichgesinnte

Als Ludwig von dem Abenteuer im Internet las, waren beide sofort begeistert. Reizvoll sind für sie die ungeplanten Herausforderungen, die während der Rallye auf sie zukommen werden, vor allem in Form von Autopannen. Außerdem freuen sie sich darauf Gleichgesinnte zu treffen. „Wir hoffen, dass coole Leute dabei sind, die ähnlich ticken wie wir“, sagt Merkl. Dazu gehört für beide auch der Erfahrungsaustausch mit den anderen Teams bei einem Bier am Abend. Schlafen werden sie auf Campingplätzen in ihrem Dachzelt. Vom Autokauf bis zur Zieleinfahrt kostet das gemeinsame Abenteuer die Freunde rund 2000 Euro pro Person.

Doch trotz fehlender Rallye-Erfahrung fühlen sich beide gut vorbereitet. „Es gibt eigentlich kaum einen Defekt am Auto, den wir nicht beheben können“, sind sie sich einig. Lediglich auf Dauerregen haben sie keine Lust. Eine Herausforderung könnte außerdem noch die Unterbringung sämtlicher Utensilien im Auto werden. Schließlich müssen eine Kühlbox, Campingzubehör, Werkzeuge, Ersatzteile und Kleidung für zwölf Tage mit. Doch auch das sehen die beiden weniger als Problem an, mehr als eine weiter Herausforderung.

Christoph Riegel

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