Zivildienst
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Vor allem Senioren soll der Dienst helfen.

Hattenhofen

Fahrdienst steht in den Startlöchern

Der Fahrdienst für hilfsbedürftige Bürger in Hattenhofen kann bald starten. Die Gemeinde übernimmt die Trägerschaft und die notwendigen Versicherungen.

Hattenhofen – Die ersten, noch inoffiziellen Fahrten hat Verkehrsreferent Harald Ziegler (UWG Haspelmoor) schon getätigt. Fünf Stück in drei Wochen seien es gewesen. „Man merkt, dass Interesse in der Bevölkerung vorhanden ist“, sagte Ziegler in der letzten Gemeinderatssitzung.

Seitdem Ziegler die Idee das erste Mal aufgebracht hatte (wir berichteten), hat er bei einem Seniorennachmittag und bei einem Infoabend im Sportlerheim für den Fahrdienst geworben. Und auch dort gab es „ziemliche Zustimmung“ von Seiten der Zielgruppe. Nun präsentierte Ziegler das Konzept den Ratsmitgliedern.

Anregungen aus Landsberied

Anregungen hat er sich aus der Gemeinde Landsberied geholt. Dort gibt es einen solchen Fahrdienst bereits seit einigen Jahren. In Hattenhofen soll der Service durch Ehrenamtliche gestemmt werden. Diese führen die Fahrten mit ihren eigenen Autos durch. Hattenhofener Bürger, die nicht mehr mit dem Pkw oder den Öffentlichen fahren können oder möchten, gebrechlich sind, keinen Fahrer im Umfeld finden oder keinen Führerschein besitzen, können den Service in Anspruch nehmen.

Man wolle damit keine Konkurrenz zu den öffentlichen Verkehrsmitteln etablieren, sondern speziell die eher immobile Zielgruppe mit schwierigem Fahrtweg im Auge haben, betonte Ziegler. Typische Fahrtgründe seien Arzt- oder Apothekenbesuch, der Einkauf oder Behördengänge.

Deutlich abgegrenzt ist die Hilfe von Krankentransporten, die Laien nicht leisten können und dürfen. Ein Anspruch auf eine Fahrt besteht ebenfalls nicht, denn dass sich kein Fahrer findet, „das wird es auch einmal geben“, so Ziegler, der die Koordination mit Hilfe von Gemeinderätin Alexandra Klepper (UWG Haspelmoor) übernimmt.

Fahrer zur Verschwiegenheit verpflichtet

Die Fahrer sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. Die Gemeinde übernimmt die Trägerschaft für das Projekt und bezahlt die notwendigen Versicherungen, das beschloss der Gemeinderat einstimmig. Die Kosten dafür belaufen sich auf knapp 350 Euro im Jahr.

Die freiwilligen Helfer sollen auf alle Fälle aber nicht auf ihren Spritkosten sitzen bleiben und ein Kilometergeld erhalten, sagte Ziegler. Deswegen wurde nach einem geeigneten Modell gesucht, um Geld zu erlösen. In Landsberied finanziert sich der Fahrdienst mittlerweile komplett aus Spenden. „Ob das bei uns klappt, bin ich mir noch nicht schlüssig“, sagte Ziegler.

Nicht komplett gratis

Komplett gratis sollte das Angebot nicht sein, war sich der Gemeinderat einig. „Ich würde mich an dem Preis für eine Buskarte orientieren“, schlug Alexandra Klepper vor. Zuerst sollen die Kosten jetzt mit einer niedrigen Pauschale angesetzt werden, einigte man sich. Hausnummern wären drei Euro für die Hin- und Rückfahrt nach Mammendorf oder fünf Euro bis nach Fürstenfeldbruck. „Viel weiter wird es eh nicht sein“, meinte Andreas Drexl (Junge Wähler). Sollte am Ende trotzdem ein Defizit entstehen, so könnte die Gemeinde dieses übernehmen, sagte Elvira Unger (UWG Haspelmoor). Man spreche hier ja nicht von riesigen Summen.

Die Details werden demnächst in einer Vereinbarung festgehalten, dann will Ziegler mit einem Flyer Werbung für den neuen Service machen. Die Grundlage des Fahrer-Pools ist auch schon vorhanden: Acht Freiwillige stehen bereits in den Startlöchern.

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