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Hereford-Rinder

Besondere Haltung, besonderes Futter

Metzger wollen mit neuem Ampertal-Rind punkten

  • VonDieter Metzler
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  • Thomas Steinhardt
    Thomas Steinhardt
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Das gibt´s nur hier und nur vom Bauern vor Ort: Diese Idee steckt hinter dem Vorhaben des Metzgerverbands, mit einem neu erschaffenen Ampertaler-Rind auf den Markt zu gehen. Mitspielen müssten natürlich auch die Landwirte.

Hattenhofen – Der bayerische Fleischerverband will die regionalen Metzger stärken. So entstand die Idee des Ampertaler-Rinds, die Vize-Landesinnungsmeister Werner Braun aus Wiedenzhausen (Dachau) jetzt bei der Brucker Innungsversammlung in Hattenhofen darlegte.

Braun geht es um die Alleinstellung und um Regionalität. Wenn aus den Amper-Landkreisen Dachau, Freising und eben Bruck je zehn Bauern mitmachen würden und vielleicht noch Bauern aus Starnberg dazu kämen, könnte das Projekt sinnvoll auf den Weg gebracht werden. Braun betonte gegenüber dem Tagblatt: „Wir werden keinen Gencocktail anrühren und nicht Dr. Frankenstein spielen.“

Braun schwebt vor, die Rasse der Hereford-Rinder zu verwenden. Durch bestimmte Fütterung, bestimmte Haltungsformen und gemeinsame Metzger-Rezepturen könnte daraus das Ampertaler-Rind werden. „Das wäre wie ,Unser Land´, nur für Metzger“, sagte Braun. Er will die Idee damit zur Diskussion stellen – eine Idee, die sogar EU-förderungsfähig sei.

Wie bei der Versammlung außerdem deutlich wurde, läuft der Schlachthof Hasenheide seit seiner Neugründung nach dem Tierschutzskandal gut, aber nicht problemlos. Er hat seit Mai die volle Zulassung und seit Juni ist er EU-Bio-zertifiziert, berichtete Betriebsleiter Thomas Winnacker. Die für Schlachthöfe zuständige neue Bayerische Behörde habe dreimal kontrolliert. Beanstandungen habe es dabei keine gegeben.

Bisher habe man 3500 Schweine und 777 Rinder an drei Schlachttagen pro Woche geschlachtet. Mit diesen Zahlen könne man aber den Schlachthof auf Dauer nicht halten, sagte der in der Sitzung als Obermeister wiedergewählte Engelbert Jais.

Der Betrieb an sich laufe super. Seit vergangener Woche sei auch der Großkunde Packlhof aus Eurasburg wieder dabei. Aber die Vergangenheit hole den Schlachthof immer wieder ein. Ehemalige Kunden würden ihn torpedieren. „Wir müssen gegen diese Leute besser zusammenhalten“, sagte Jais. „Ich brauche alle, um den Schlachthof halten zu können.“ Nicht einmal alle Innungsmitglieder seien Kunden.

100-Jahr-Feier und Nachwuchssorgen

Im nächsten Jahr feiert die Metzgerinnung 100-jähriges Bestehen. Das möchte Obermeister Engelbert Jais gebührend feiern. Ein Termin und der Ort sind noch nicht festgelegt. Ab Januar wird sich ein Festausschuss damit beschäftigen. Derzeit drücken die Metzger andere Sorgen im Gasthaus Eberl in Hattenhofen deutlich wurde. Nach wie vor will kaum ein Schulabgänger Metzger werden. Und auch bei Ausbildungsmessen findet der Metzgerberuf kaum noch Beachtung, beklagte Jais. Und nach wie vor lastet der Druck der Discounter auf den Familienbetrieben.

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