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Züge sollen im Stundentakt am Bahnhof Haspelmoor halten, fordert Franz Robeller.

Serie: DIE NEUEN BÜRGERMEISTER IM WESTLICHEN LANDKREIS – HALBZEIT IM AMT 

„Die Bahn ist immer ein Problem“

 Seit drei Jahren dreht Franz Robeller (UWG Haspelmoor) als Bürgermeister seine Runden mit dem Radl durchs Dorf: 

Hattenhofen –Als Gemeindechef wird man dann natürlich angesprochen, wie der 63-jährige ehemalige Kriminalpolizist erzählt. Probleme sieht er in Hattenhofen aber bei einem anderen Fortbewegungsmittel, nämlich der Bahn. Wo der Schuh da drückt, berichtet Robeller im Halbzeit-Interview mit Tagblatt-Mitarbeiter Fabian Dilger.

-Herr Robeller, wie sieht der typische Arbeitstag eines ehrenamtlichen Bürgermeisters aus?

Gerade bei uns ehrenamtlichen Bürgermeistern kann man das nicht auf einen typischen Tag runterbrechen. Es gibt einen gewissen geregelten Wochenablauf, ich bin zwei Mal in der Woche in der Gemeindekanzlei, viel in der VG (Verwaltungsgemeinschaft), manchmal im Landratsamt. Fakt ist: wenn man unterwegs ist, wird man als Bürgermeister angesprochen. Und ich bin ja viel mit dem Rad unterwegs.

-Wenn man als Bürgermeister im Dorf spazieren geht, sieht man dann jedes kaputte Straßenschild?

Nein, ich sehe sicher nicht jedes Straßenschild an. Aber es ist schon so, dass man auf gewisse Missstände angesprochen wird. Den Teerbelag auf den Straßen habe ich früher auch nicht so beachtet wie jetzt.

-Was ist für Sie eine positive Seite am Bürgermeister-Sein?

Man ist als Bürgermeister natürlich ungleich stärker in das Geschehen in der Gemeinde eingebunden als eine Privatperson. Ich bin bei sämtlichen Jahreshauptversammlungen, Weihnachtsfeiern und Jubiläen. Dadurch lernt man viele Leute kennen, die man bisher noch nicht so getroffen hat.

-Was wäre denn im Gegensatz dazu das am wenigsten Angenehme?

Das kann ich so gar nicht sagen. Zum Beispiel halten sich auch bisher die Anrufe abends in Grenzen und kommen nur bei dringenden Fällen, wo es auch gut ist, dass ich informiert werde. Das Bürgermeister-Amt streift man ja nicht an der Haustür ab.

-Wird daheim über Kommunalpolitik geredet?

Sicherlich spricht man daheim auch über das Ganze. Ich habe ja auch zwei Kinder, die an Politik interessiert sind.

-Zu Ihrem Amtsantritt haben Sie gesagt „Ein Gemeinderat ist kein Applaudierklub“. Wie bewerten Sie Ihre bisherige Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat?

Ich bin mit meinem Gemeinderat sehr zufrieden, ich denke sie beschäftigen sich sehr mit den Themen. Ein Gemeinderat ist ja auch nicht dazu da, um grundsätzlich überall zuzustimmen, das habe ich schon zu Beginn meiner Amtszeit gesagt.

-Was war für Sie persönlich das wichtigste Projekt in den vergangenen drei Jahren?

Es gibt mehrere wichtige Projekte, wo der Schuh drückt. Konkret hat man jetzt aber zum Beispiel beim Krieglmeier-Anwesen den neuen Bebauungsplan durchgebracht. Das alte Gebäude ist weg und im Herbst sollen die Bauarbeiten beginnen. Es ist einfach das Zentrum von Haspelmoor und war in den letzten rund 20 Jahren nicht mehr angenehm anzuschauen.

-Gibt es Dinge, die man anders angehen hätte können?

Große Dinge, wo wir total falsch gelegen waren, wüsste ich jetzt nicht. Ein paar kleinere Sachen vielleicht.

-Irgendetwas, was Sie besonders geärgert hat?

Die Bahn ist halt immer ein Problem. Von der großen Politik wird immer auf die Öffentlichen Verkehrsmittel verwiesen und dann ist man trotzdem nicht dazu bereit, dass man die Züge in Haspelmoor im Stundentakt halten lässt. Da muss ich sagen, dann sind solche Aussagen eigentlich Makulatur.

-Was steht Wichtiges an, das Sie in Ihrer zweiten Amts-Hälfte noch erledigen wollen?

Fakt ist, dass wir Bauland brauchen. Das sieht man ja schon im Haushalt für nächstes Jahr. Dann haben wir gewisse Probleme mit unserer Kläranlage, wo wir wieder auf eine Kapazitätenerweiterung hinarbeiten, so dass wir Spielraum für Wachstum haben.

-Die Hattenhofener Wähler interessiert natürlich auch: Tritt ihr Bürgermeister 2020 noch einmal an?

Da habe ich mir bisher wenig Gedanken gemacht. Ich werde heuer 64, da kann sich schnell einiges ändern.

-Was würden Sie einem Besucher, der nach Hattenhofen kommt, besonders empfehlen? Wo muss der hin?

Wir haben zwei sehr gute Gaststätten, wenn er hungrig und durstig ist (lacht). Außerdem haben wir eine schöne Kirche im Ort und ein sehr schönes Naturschutzgebiet vor der Haustür mit dem Haspelmoor, falls es den Besucher interessiert.

-Noch einmal in die Zukunft geblickt: Wo steht die Gemeinde Hattenhofen in zehn Jahren?

Sie wissen ja, dass momentan die Nachfrage nach Bauland so hoch ist wie nie. Die Gemeinde wird sicherlich wachsen, das ist aber auch von einigen Faktoren abhängig. Die Krippe und der Kindergarten sind ja zum Beispiel jetzt schon am Anschlag.

-Trotzdem scheint die Gemeinde ja gewillt zu sein, ein moderates Wachstum zu begleiten…

Sicherlich will die Gemeinde einen gewissen Zuzug. Wichtig ist aber für mich, dass auch die Ortsansässigen, die hierbleiben wollen, die Möglichkeit dazu haben.

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