Das Rathaus in Hattenhofen.
+
Das Rathaus in Hattenhofen.

Hattenhofen

Einheimischenmodell wird auf 19 Baugrundstücke erweitert

  • Fabian Dilger
    vonFabian Dilger
    schließen

Die Gemeinde wird im Baugebiet Haspelmoor-Ost 19 Bauplätze im Einheimischen-Modell verkaufen. Anlass ist eine besondere Konstellation bei den Bewerbern, außerdem kann Hattenhofen das Geld gut gebrauchen.

Hattenhofen - Ursprünglich waren es nur acht Grundstücke – und für die gab es schon 70 Bewerber: Der Andrang auf Bauland ist auch in Hattenhofen groß. Deshalb und weil die Kommune Geld braucht, hat der Gemeinderat beschlossen, mehr zu verkaufen. Für die erste Tranche an Grundstücken gab es zehn Bewerber, die nach dem Kriterienkatalog punktemäßig vorne lagen. Die Plätze 11 bis 19 auf der Liste lagen aber alle mit gleicher Punktzahl dahinter.

Die Top 10 seien Einheimische und Familien mit Kindern, die folgenden neun „durch die Bank Einheimische“, sagte Bürgermeister Franz Robeller (UWG Haspelmoor). Das biete die Chance, mehr Bauplätze anzubieten.

Wenn man jetzt abwarte und weitere Grundstücke erst später ausschreibe, kämen vielleicht ganz andere Bewerber-Reihungen heraus, so Robeller. Jetzt könne man die Hattenhofener gut bedienen. Außerdem brauche man das Geld für die großen Projekte: Kinderhaus, Kläranlage und Mittagsbetreuung.

„Rasantes Tempo“

Einigen Gemeinderatsmitgliedern ging das zu schnell. „Es ist ein rasantes Tempo, das wir da hinlegen. Das sehe ich kritisch“, sagte Peter Hillmayr (Dorfgemeinschaft/DG Hattenhofen). Ursprünglich sei geplant gewesen, Haspelmoor-Ost nach und nach zu bebauen. Elvira Unger (UWG Haspelmoor) sah es genauso: „Wenn man jetzt von 32 Grundstücken 19 verkauft, ist das schon gach.“ Bei den günstigen Krediten derzeit könne man die Projekte auch anders finanzieren.

Für den restlichen Gemeinderat war aber das Argument „Bauland für Hattenhofener“ wichtiger. „Das ist jetzt eine riesen Chance, dass wir Einheimische zum Zug kommen lassen“, sagte Alexandra Klepper (UWG Haspelmoor). Das Tempo sei natürlich hoch, der Bedarf sei aber so groß, weil die Gemeinde lange Jahre gar kein Bauland anbieten konnte, sagte Hans Scherer (UWG Haspelmoor).

Letztendlich beschloss der Gemeinderat gegen Hillmayr, Unger und Andi Peter (DG Hattenhofen), 19 Baugrundstücke zu verkaufen.

Wer wie viele Punkte beim Einheimischen-Modell einsammelt und als erster kaufen darf, bestimmt ein Kriterienkatalog. Wer zum Beispiel seit mindestens zehn Jahren am Ort lebt, bekam auf einen Schlag 90 Punkte. Das Einheimischen-Kriterium darf insgesamt aber nur die Hälfte der Punkteanzahl ausmachen, sonst würden andere Bewerber zu stark benachteiligt, so schreibt es die gesetzliche Regelung vor.  

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare