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Anton Kling wurde 81 Jahre alt.

Hattenhofen

Er sorgte dafür, dass es in Hattenhofen grünt und blüht

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Wenn es in Hattenhofen besonders schön grünte und blühte, wenn die Gemeinde bei Blumenschmuckwettbewerben auf Landkreis- und Landesebene erfolgreich war – dann war das in der Vergangenheit häufig das Verdienst von Anton Kling.

Hattenhofen –  Der langjährige Vorsitzende des Gartenbauvereins hat der Gemeinde ein Erbe hinterlassen, das gerade angesichts von Arten- und Klimaschutz unbezahlbar ist.

Unter seiner Federführung entstanden Streuobstwiesen, deren Bedeutung für das Ökosystem ihm als leidenschaftlichem Imker bewusst war. Um die nachfolgenden Generationen für die Schätze der heimischen Natur zu sensibilisieren, legte er 1993 einen Schulgarten an und betreute ihn so liebevoll, als wäre es sein eigener. Mit Kindergarten- und Schulkindern presste er Apfelsaft und ließ sie den Honig seiner Bienen kosten.

Gartenbau und Landwirtschaft interessierten den 1938 in Glött (Landkreis Dillingen) geborenen Kling schon in jungen Jahren. Verwalter auf einem Gutsbetrieb wollte er werden, was ihm nach Abschluss der Landwirtschaftsschule in Lauingen und der Ackerbauschule in Landsberg auch gelang – jedenfalls für ein paar Jahre. Bedingt durch den Strukturwandel wechselte der Diplom-Ingenieur für Landwirtschaft 1965 als Sachverständiger zur Bayerischen Finanzverwaltung und arbeitete fortan für verschiedene Finanzämter. Seine Fachkompetenz und sein ausgleichendes Wesen schätzte man auf Behördenseite ebenso wie auf Seiten der Landwirte.

Träger des Ehrenzeichens des Ministerpräsidenten

Sein privates Glück fand Kling an der Seite von Monika Eberl aus Hattenhofen. 1969 heirateten die beiden. 1970 kam Sohn Johannes zur Welt, zwei Jahre später folgte Tochter Barbara. Neben Arbeit und Familie widmete sich das langjährige Pfarrgemeinderatsmitglied unermüdlich seinen vielen Ehrenämtern. Neben dem Vorsitz der Blumen- und Gartenfreunde Hattenhofen-Haspelmoor-Loitershofen leitete er stellvertretend den Brucker Imkerverband und von 1988 bis 1996 den Kreisverband für Gartenbau und Landespflege. In dieser Funktion war er maßgeblich an der Schaffung des Kreislehrgartens in Adelshofen beteiligt.

Gewürdigt wurde sein Engagement mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten, mit der Goldene Rose des Bayerischen Gartenbauverbands, mit der Professor-Armbruster-Medaille des Imkerverbands, mit dem Ehrenvorsitz seines Ortsvereins – und mit einem Baum, den dieser Kling zu Ehren pflanzte. Die Kling-Eiche unweit seines Wohnhauses gedeiht prächtig.

In den letzten Jahren zog sich Kling aus der Vereinsarbeit zurück, doch nichts konnte ihn von seinen Bienen und seinem Garten fernhalten. Ein familiärer Höhepunkt im vergangenen Jahr war die Goldene Hochzeit, die er und seine Frau feierten. Sie nahmen an der Festmesse für Ehejubilare teil, die Kardinal Reinhard Marx im Münchner Dom zelebrierte.

Nach kurzer schwerer Krankheit starb Anton Kling, begleitet von seiner Familie, im Brucker Klinikum. Er wurde 81 Jahre alt. 

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