Nachruf

Er sorgte dafür, dass es in Hattenhofen rund läuft

  • Ulrike Osman
    VonUlrike Osman
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17 Jahre lang sorgte Herbert Wimmer dafür, dass es rund lief in Hattenhofen. Als Gemeindearbeiter kümmerte er sich um alles, was es in so einem Ort das ganze Jahr über zu tun gibt auf den öffentlichen Flächen.

Hattenhofen – Vor allem aber betreute er die gemeindliche Kläranlage. Die Hattenhofener wussten: Auf Herbert Wimmer ist Verlass.

„Die meisten Leute haben ihn gekannt und mit Sicherheit geschätzt“, sagt Bürgermeister Franz Robeller. „Er war ein sehr umgänglicher Mensch.“ Wimmers Arbeitsauffassung war vom alten Schlag. „Er war jemand, der noch mit 40 Grad Fieber in die Arbeit ging“, erinnert sich Tochter Ingrid Steininger.

Dass man manchmal die Zähne zusammenbeißen muss, hatte ihr Vater schon als Kind gelernt. Geboren 1935 in Ringelai im Bayerischen Wald, schickte ihn seine Mutter während der Kriegsjahre immer wieder nach München zu den Großeltern – in der Hoffnung, dass es dort für den Buben sicherer sei. So pendelte er zwischen Stadt und Land und auch zwischen zwei Schulen, was nicht einfach war. „Er hat sich damals ziemlich durchschlagen müssen“, berichtet die Tochter.

In München-Forstenried absolvierte Herbert Wimmer eine Ausbildung zum

Herbert Wimmerhatte ein schönes Leben.

Installateur und arbeitete danach viele Jahre auf dem Bau. Mit Frau und Tochter lebte er zunächst in Solln, bevor die Familie mitten ins Herz der Stadt zog - an den Stachus. Von hier hatte er es nicht weit zu seinem neuen Arbeitsplatz, der Münchner Spaten-Brauerei, wo er eine Stelle als Hausmeister bekam. Das verantwortungsvolle, selbstständige Arbeiten und die abwechslungsreichen Aufgaben lagen ihm. „Das war immer sein Ding“, erzählt seine Tochter.

Sie blieb das einzige Kind ihrer Eltern. Eine zweite Tochter starb Mitte der 1960er Jahre nach einer Frühgeburt. Nach Hattenhofen zog die Familie 1981, nachdem man sich dort ein Haus gekauft hatte. Und hier, in der ländlichen Region, konnte Herbert Wimmer seine Liebe zu allem, was man draußen in der Natur machen kann, besser ausleben als in der Stadt. Er ging leidenschaftlich gern Bergsteigen und Skilaufen. Die nähere Umgebung erkundete er auf dem Fahrrad und zu Fuß - als Mitglied des Hattenhofener Wandervereins.

Seine Freiluft-Hobbys praktizierte er noch lange nach dem Renteneintritt. Sein geliebtes Häuschen hielt er immer tiptop instand, Freundschaften pflegte er in geselliger Runde. Vielleicht dank seiner vielen Aktivitäten blieb er lange vital und fit – erst nach dem 80. Geburtstag begann es gesundheitlich bergab zu gehen. 2017 konnte Herbert Wimmer mit seiner Mathilde im Kreise der Familie noch den 60. Hochzeitstag feiern.

Sonst machte der Mann mit dem freundlichen Lachen um die eigene Person kein Aufhebens. „Er war ein total positiv eingestellter Mensch“, sagt Ingrid Steiniger. Und so traurig sie ist über den Verlust – ein Trost ist das Wissen, dass ihr Vater „ein schönes, glückliches Leben“ gehabt hat. 

os

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