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Jede Menge Regionalzüge verkehren zwischen Augsburg und München. In den Bahnhöfen im westlichen Landkreis rauschen viel zu viele einfach durch. 

Für Fürstenfeldbrucker Nordwesten

Etappensieg für mehr Zughalte - doch die Bahn schießt quer

Der jahrelange Kampf um einen Stundentakt bei den Regionalzügen im Nordwesten des Landkreises hat endlich Erfolgsaussichten. Der bayerische Landtag hat eine entsprechende Petition angenommen. Es ist ein überraschender Coup. Doch die Bahn schießt weiter quer.

Hattenhofen – Anfang Februar hatte der Wirtschaftsausschuss des Landtags entschieden: Ja, der Nordwesten des Brucker Landkreises soll mehr Regionalzüge bekommen. Die drei Gemeinden Althegnenberg, Hattenhofen und Mammendorf hatten vergangenes Jahr eine Petition an den Landtag geschickt. Darin forderten sie einen Stundentakt für die Stationen Althegnenberg, Haspelmoor und Mammendorf bis Mitternacht. Zudem sollte zwischen 6.15 und 7.30 Uhr morgens ein weiterer Zug halten.

Die Orte sind zusammen im Verkehrsausschuss der nordwestlichen Gemeinden des Landkreises Fürstenfeldbruck organisiert. Besonders in Hattenhofen ärgert man sich seit Jahren über die Deutsche Bahn und die zuständigen Behörden. Immer wieder war über Jahrzehnte hinweg, zum Beispiel beim Ausbau der Bahnstrecke München-Augsburg, ein Regio-Stundentakt versprochen worden. Nur passiert war nie etwas.

Die positive Entscheidung des Landtags kam jetzt ziemlich unvermittelt. Auch für den Hattenhofener Bürgermeister, Franz Robeller, war das eine angenehme Überraschung, wie er im Gemeinderat verkündete.

Bürgermeister Robeller: „Die Bahn wehrt sich mit Händen und Füßen“

Inzwischen hatten die Antragsteller ein Gespräch beim Staatssekretär im Innenministerium, Gerhard Eck (CSU). Dort saßen auch Vertreter der Bahn und der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) mit am Tisch. Robeller dämpfte aber vorerst die Erwartung, dass der Fahrplan schnell verdichtet wird. „Die Bahn wehrt sich mit Händen und Füßen und ist kein einfacher Gesprächspartner.“ Die Argumentation des Unternehmens: Man habe in der Früh keine Kapazitäten auf den Gleisen für weitere Halte. Für Robeller ist das eine schwache Begründung. In Mering-St. Afra und Kissing würden doch sehr viele Regionalzüge halten. Vorerst bleibt unklar, wie schnell ein Stundentakt eingeführt wird.

Der Wirtschaftsausschuss stellte nämlich eine Bedingung: Die bestehenden Fernverkehrsverbindungen dürften nicht gefährdet werden. Und Staatssekretär Eck hatte gegenüber Robeller betont: Das Ganze müsse finanzierbar bleiben.

Um beide Themen stritten die Gemeinden und die Behörden bereits im Vorfeld der Petition. Das bayerische Innenministerium hatte zum Beispiel im Jahr 2016 noch abgewiegelt: Ein Stundentakt sei nicht realisierbar. Zwischen Pasing und Olching gebe es nur ein Gleis für den Fernverkehr. Ein anderes Argument des Innenministers Joachim Herrmann (CSU): Der Bahn gehe Geld verloren, wenn im Landkreis Bruck mehr Züge führen. Denn dann könnten Pendler aus dem Nachbarlandkreis Aichach-Friedberg mit dem billigeren MVV-Ticket unterwegs sein.

Die Entscheidung des Wirtschaftsausschusses ist deshalb auch ein Rüffel für das Innenministerium: Die CSU-Abgeordneten und alle anderen Fraktionen stimmten gegen die Position des Hauses. Bald steht wieder ein Gespräch mit Staatssekretär Eck an. „Der Kampf ist noch nicht ganz ausgefochten“, sagte Robeller auf Nachfrage.

Fabian Dilger

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