Bayernstüberl

Ettis Marathon im narrischen U-Boot

Das ist echt rekordverdächtig: Sechs Mal fahren die Hattenhofener Fußballfans von „Ettis Bayernstüberl“ heuer bei Faschingsumzügen mit. Für das U-Boot quasi eine große Fahrt. Organisator Christian Ettenberger und seine Besatzung kommen dabei von Scheuring im Lechrain bis in die Landeshauptstadt München.

Hattenhofen – „Das ist die Ausnahme, das haben wir noch nie gemacht“, sagt der 49-jährige Vorsitzende des Fanclubs. Scheuring, München, Landsberg, Untermühlhausen, Mering, Mammendorf – alle diese Orte werden 2018 von den Hattenhofenern angesteuert. Dass es zu den sechs Umzügen innerhalb von elf Tagen kommt, ist auch dem besonderen Turnus des Scheuringer Faschingsumzuges geschuldet, auf dem das U-Boot bereits am letzten Samstag ins Faschingstreiben eintauchte. Dieser findet nämlich nur alle fünf Jahre statt – und zwar Nachts.

Ettis Bayern-Fans waren dort heuer das erste Mal vertreten – und sie haben es nicht bereut. „Die Kulisse muss man unbedingt auch einmal erlebt haben“, schwärmt Christian Ettenberger. Besonders die beleuchteten Wagen seien ein super Anblick.

In normalen Jahren bringen es die Faschingsbewegten des Bayernstüberls im Schnitt auf vier Umzüge. Seit 2001, also seitdem der FC Bayern-Fanclub besteht, hat man überhaupt nur einen Fasching ganz ausgelassen – sonst haben die Fußballfans und ihre Freunde und Bekannte jedes Jahr einen Wagen auf die Beine gestellt. Im vergangenen Jahr belegte das Trojanische Pferd den ersten Platz in der Wagenprämierung des Mammendorfer Faschingszuges.

Bei soviel Aufwand muss der Chef doch ein Faschings-Verrückter sein, oder? Christian Ettenberger kann das nicht ganz von sich weisen. „Ich fiebere immer darauf hin“, bekennt er. Besonders schön sei es, wenn man an den Gesichtern der Zuschauer ablesen könne, dass der Wagen ankommt, dass die Arbeit wertgeschätzt wird.

Die Arbeit, die er und seine Mitstreiter sich damit machen, ist durchaus beträchtlich. Zuerst heißt es, eine kreative Idee zu haben. „Ich habe eine Vorstellung im Kopf und die anderen müssen das umsetzen“, erklärt Ettenberg und lacht. Bei seiner Recherche im letzten Jahr fiel auf, dass er bisher im Landkreis noch kein U-Boot gesichtet hatte. Seine Mit-Wagenbauer fanden die Idee gut. Musste nur noch ein Motto her. Da Deutschland immer noch ohne Bundesregierung dasteht, nehmen die Bayernfans CDU, FDP und die Grünen auf den Arm: Sie begeben sich auf die Suche nach der abgesoffenen Jamaika-Koalition. Mit allem Drum und Dran kostet der Faschingswagen an die 3000 Euro, schätzt Ettenberger. Immer neue Vorgaben der Behörden machen es den Wagenbauern immer schwerer.

„Die Regeln werden jedes Jahr schlimmer“, konstatiert Ettenberger. Besonders rigoros sei heuer die Lechstadt Landsberg. Kein einziger Tropfen Alkohol darf auf dem Wagen konsumiert werden. Überzogen, findet Ettenberger, schließlich dürften ja auch die Zuschauer etwas trinken. Ein anderes Beispiel: In Untermühlhausen dürfen von den Wägen keine Süßigkeiten mehr geworfen werden. Die Wege seien zu eng, es könnten Kinder vor die Wagen laufen, so die Veranstalter.

Konsequenz für Ettenberger: Nächstes Jahr werde man sich sehr genau überlegen, ob man noch einmal mitfahren wird. Generell blickt er pessimistisch auf die ganze Thematik der Vorschriften: „Wenn das so weitergeht, mag sich das keiner mehr antun.“

Trotz dieser kleinen Ärgernisse: Für heuer stehen die insgesamt 53 Mitfahrer parat und sind „heiß“ auf den Faschingsendspurt. Rund 20 davon nehmen alle sechs Umzüge mit, er selbst natürlich auch, schätzt Ettenberger. Ob das jeder durchhält? „Wir haben ja immer ein paar Tage zum Regenerieren zwischendurch“, sagt der Organisator.

Etwas besonders ist für den Fanclub aus Hattenhofen natürlich immer die Fahrt zum Umzug im Nachbarort Mammendorf. Für den Faschingsdienstag müsse er seine Crew auch überhaupt nicht nach etwas anderem fragen: Jeder will beim Heimspiel dabei sein. (Fabian Dilger)

Restliche Termine

Ettis U-Boot-Crew fährt noch am 8. Februar in Landsberg, am 10. Februar Untermühlhausen, am 11. Februar Mering und am Faschingsdienstag in Mammendorf mit.

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