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Der Hattenhofener Haushalt steht.

Aus dem Gemeinderat

Hattenhofen lässt sich Kinderbetreuung einiges kosten

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Die Gemeinde Hattenhofen will viele Projekte angehen. Das schlägt sich auch auf den Haushalt nieder. Ohne neue Kredite wird es nicht gehen. 

Hattenhofen – Neues Kinderhaus, neue Mittagsbetreuung, Baugebiet Haspelmoor-Ost, Anschluss an die Kläranlage nach Mammendorf: Hattenhofen hat in den nächsten Jahren einige große Projekte in der Pipeline, die alle finanziert und abgerechnet werden wollen. Der Gemeinderat hatte seine Beratungen darüber aber an ungewohnte Stelle verlegt: Statt in der engen Gemeindekanzlei wurde die Haushalts-Sitzung im weitläufigen Schulungsraum der Feuerwehr abgehalten, um soviel Platz wie möglich zwischen den Räten zu lassen – das Coronavirus betrifft eben zur Zeit alle Bereiche des öffentlichen Lebens.

Auch in finanzieller Hinsicht werde die Gemeinde das merken, befürchtete der alte und neue Bürgermeister Franz Robeller (UWG Haspelmoor): „Es könnte schon sein, dass die Steuereinnahmen nicht mehr so fließen. Mehr wird es mit Sicherheit nicht werden.“ Deswegen ist im Haushalt für dieses Jahr zum Beispiel die Gewerbesteuer vorsichtig kalkuliert.

Der Anschluss an die Kläranlage wird Millionen kosten

Rechnungen zahlen muss die Gemeinde trotzdem, weil in diesem Jahr einige der Großprojekte anlaufen. So sind zum Beispiel rund zwei Millionen an Baukosten für den Bau von Mittagsbetreuung und Kinderhaus eingeplant. Für den Anschluss der Kläranlage nach Mammendorf sind heuer 250 000 Euro Planungskosten vorgesehen, im nächsten Jahr dann drei Millionen Euro an Baukosten. Bei all diesen Vorhaben bekommt die Gemeinde aber noch eine größere Summe an Fördergeldern.

Thomas Waldleitner (Dorfgemeinschaft Hattenhofen) stimmte für den Haushalt aber gegen die Finanzplanung der nächsten Jahre. Waldleitner war nicht mit der geplanten Verkaufstaktik des Gemeindeanteils beim neuen Baugebiet Haspelmoor-Ost einverstanden. Dort hat die Gemeinde 32 Bauplätze, 2020 will man laut Robeller schon drei Grundstücke veräußern, 2021 sollen dann insgesamt gut drei Viertel der Gemeinde-Grundstücke verkauft sein.

Großteil der Grundstücke soll an Einheimische gehen

Die Gemeinde rechnet dafür in den nächsten beiden Jahren mit bis zu fünf Millionen Euro Einnahmen. Gut zwei Drittel der Bauplätze sollen im Einheimischenmodell verkauft werden, ein Drittel im freien Verkauf. Waldleitner ärgerte sich über die Geschwindigkeit, mit der innerhalb von zwei Jahren verkauft werden soll: „Im Vorfeld der Wahl ist geäußert worden, dass man maßvoll verkaufen will. Ich kann das nicht nachvollziehen.“

Bürgermeister Robeller gab Waldleitner recht: Man habe immer gesagt, man wolle nach und nach verkaufen. Die vorläufige Planung sei aber nicht in Stein gemeißelt. Robeller verwies auf die vielen angeschobenen Projekte, für die man auch eine Finanzierung bräuchte. Würde man nicht das Geld aus den Grundstücksverkäufen haben, dann müsse man neue Kredite aufnehmen, um Kinderhaus, Kläranlage und Co. zu bezahlen.

Der Haushalt in Zahlen

6,15 Millionen Euro beträgt das Volumen des Hattenhofener Haushalts. Das meiste Geld will die Gemeinde mit den Posten Einkommensteuerbeteiligung (1,1 Millionen Euro), Gewerbesteuer (390 000 Euro) und Schlüsselzuweisungen (283 000 Euro) einnehmen. Die größten laufenden Ausgabeposten sind wie immer die Umlagen und die Gemeinde-Einrichtungen: Zum Beispiel die Kreisumlage (860 000 Euro), die VG-Umlage (277 000 Euro) und die Ausgaben für das Gemeindepersonal (530 000 Euro). Die Rücklagen werden von 1,3 Millionen auf knapp 150 000 Euro abgebaut, an neuen Krediten werden heuer 850 000 Euro hinzukommen (insgesamt 884 000 Euro). Die Sonderrücklage für die Kläranlagen-Erweiterung wächst auf 176 000 Euro.

Das sind die Ergebnisse der Hattenhofener Gemeinderatswahl.

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