Dieser Zugang steht unter Denkmalschutz.  Foto: Dilger
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Dieser Zugang steht unter Denkmalschutz.

Hattenhofen

Droht der Friedhofstreppe der Abriss?

  • Fabian Dilger
    vonFabian Dilger
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Eine Treppe auf dem Friedhof könnte bald Geschichte sein. Die Kirchenstiftung St. Johannes der Täufer möchte sie abreißen lassen – falls es keine Einigung mit den Nachbarn gibt.

Hattenhofen - Rund 100 Jahre gibt es das Treppchen schon. Der Aufgang an der westlichen Friedhofsmauer, der von der Schloßgasse aus auf das Kirchengelände führt, sei wahrscheinlich bei der Vergrößerung des Gotteshauses um 1923 entstanden, erklärte Bürgermeister Franz Robeller (Unabhängige Wählergemeinschaft Haspelmoor) im Gemeinderat.

Das Problem: Die Treppe steht unter Denkmalschutz und ist in keinem guten Zustand. Deswegen hatte die Kirchenstiftung eine Sanierung ins Auge gefasst. Dafür wollte sie den Grund, auf dem der Aufgang steht, erwerben. Bisher gehört ihr dieser nämlich nicht.

Weil aber noch keine Einigung mit den Grundstückseigentümern zustande kam, prüft die Stiftung nun einen anderen Weg: den Abriss der Treppe und die Schließung der Friedhofsmauer. Ein entsprechender Antrag ging an die Gemeinde und die Denkmalschutzbehörde im Landratsamt.

Doch die Ereignisse haben den ursprünglichen Rückbau-Wunsch aber schon wieder überholt, erklärte Robeller den Ratsmitgliedern. Er sei nämlich der Meinung, dass man diese Treppe von der Schloßgasse aus erhalten solle. „Sie gehört zu unserem Ortsbild dazu.“

Deswegen habe er sich als Vermittler eingeschaltet und nochmal ein Gespräch zwischen Kirchenstiftung und Grundstückseigentümer herbeigeführt. Und dabei wurden sich beide Parteien einig.

Bevor das Geschäft aber fix ist, muss die Angelegenheit noch durch die Gremien im Pfarrverband Glonnauer Land. Sicher ist also noch nichts. Deswegen blieb die Frage für den Gemeinderat: Soll und darf die Kirchenstiftung die Treppe abreißen, falls es keine Einigung in den Grundstücksangelegenheiten gibt? Letztendlich entscheidet zwar das Landratsamt endgültig über die Erlaubnis, die Gemeinde kann aber ihr Einvernehmen geben oder verweigern – und damit ein Signal setzen.

Einige Gemeinderäte waren der Meinung: Wenn die Kirchenstiftung abreißen will, dann kann sie das tun. Sie sehe keinen besonderen Denkmalschutz für die Treppe, sagte Sieglinde Kennerknecht (Dorfgemeinschaft Hattenhofen): „Wenn ich keine denkmalschutzrechtlichen Gründe vortrage, dann tu ich mir als Gemeinde schwer, der Kirche reinzureden.“

Der Hauptzugang zur Kirche ist nur eine Minute Gehzeit von der Treppe entfernt. Und die Treppe sei „in einem äußerst maroden Zustand“, sagte Peter Hillmayr (Dorfgemeinschaft Hattenhofen): „Viele Leute gehen da weder rauf noch runter.“

Wenn die Treppe bestehen bleibe, komme bestimmt in den nächsten Jahren eine Sanierung, meinte aber Heini Feigl (UWG Haspelmoor). Am Ende stimmte der Gemeinderat mit sieben zu sechs Stimmen dafür, dass die Treppe erhalten bleiben soll.

Nur Profis dürfen Beerdigungen durchführen 

Auf dem Hattenhofener Friedhof gilt mit Beginn des neuen Jahres auch eine neue Satzung. Die wichtigsten Änderungen: Jetzt ist auch formal geregelt, dass nur professionelle Bestattungsunternehmen eine Beerdigung durchführen dürfen. Zudem gibt es nun ein Verbot von Grabsteinen, deren Material durch Kinderarbeit gewonnen worden ist.

Seit einem Jahr kann für eine Bestattung jedes gewünschte Unternehmen ausgewählt werden, nachdem die Gemeinde zuvor einen Vertrag mit nur einem Dienstleister hatte. „Seitdem habe ich keine einzige Beschwerde mehr gehört“, sagte Bürgermeister Franz Robeller zur neuen Wahlfreiheit. fd  fd

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