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Mathias Ettenberger: Hier an der Stelle, an der man mit einem Ofenrohr ins Gebirge schauen kann.

Mathias Ettenberger stand zwölf Jahre lang an der Spitze der Gemeinde

Hattenhofen trauert um Altbürgermeister

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Ruhig, besonnen und zupackend – so führte Mathias Ettenberger zwölf Jahre lang seine Heimatgemeinde. Nun ist der Altbürgermeister verstorben.

Hattenhofen – Von 2002 bis 2014 saß Mathias Ettenberger auf dem Chefsessel im Rathaus und verwirklichte in dieser Zeit diverse Großprojekte, darunter die energetische Sanierung der Schule, das Baugebiet am Krautgarten, den Kauf eines zweiten Sportplatzes und die Fertigstellung des Gebäudes, in das Bauhof, Feuerwehr, Schützen und Jugend einzogen. Jetzt ist Mathias Ettenberger im Alter von 77 Jahren gestorben.

„Er hat seine ganze Arbeitskraft in die Gemeinde gesteckt“, sagt sein Nachfolger Franz Robeller. Das galt auch auf der praktischen Ebene. Es konnte passieren, dass man den Bürgermeister öffentliches Grün bepflanzen und Malerarbeiten ausführen sah. Als 2002 Wasser in den Anbau der Schule eindrang, packte er Seite an Seite mit den Gemeindearbeitern an, um das Problem zu beheben.

„Es war damals kein leichter Start für ihn“, erinnert sich Robeller. Die Steuereinnahmen waren niedrig, ein ausgeglichener Haushalt schwer hinzubekommen. Ettenberger hatte den Vorteil, dass er sich in kommunalen Finanzen bestens auskannte – vor seiner Wahl war er Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Mammendorf.

Als jüngstes von drei Kindern wurde Mathias Ettenberger 1941 in eine Landwirtschaft hineingeboren. Die prägenden Erfahrungen eines Kriegskindes blieben ihm zeitlebens im Gedächtnis. Wie seine Mutter, der Großvater und die Nachbarn die nach einem Bombenangriff brennenden Stallgebäude zu löschen versuchen – diese Bilder vergaß er nie, obwohl er damals erst vier Jahre alt war.

1973 übernahm Ettenberger gemeinsam mit seiner Frau Rosalia den elterlichen Hof. Im selben Jahr begann er eine Ausbildung als Verwaltungsangestellter im Brucker Landratsamt und wurde anschließend Kassenverwalter und Protokollführer der Gemeinde Mammendorf – bis zur Gründung der Verwaltungsgemeinschaft 1978. Hier war Ettenberger 24 Jahre lang für die Haushalte der damals 13 Mitgliedsgemeinden zuständig. Nebenbei engagierte er sich ehrenamtlich bei der Feuerwehr, den Veteranen, im Gartenbauverein, im Elternbeirat der Grundschule und im CSU-Ortsverband, den er maßgeblich mit aus der Taufe hob.

Auch im Ruhestand blieb der Altbürgermeister aktiv. Neben seinen Hobbys Gartenarbeit und Holzarbeiten setzte er sich weiter für das Wohl der Gemeinde ein. In Eigenleistung restaurierte er mehr als ein Dutzend Sitzbänke und stellte sie an beliebten Spazierwegen auf. An einem besonders schönen Aussichtspunkt errichtete er außerdem eine Plattform, von der aus man mit einem „Ofenrohr“ ins Gebirge schauen kann.

Seine Frau musste Ettenberger nach fast 43 Ehejahren zu Grabe tragen. An der Seite seiner Partnerin Frieda Glaser fand er noch einmal ein neues Glück.

Von einem schweren Schlaganfall im Oktober vergangenen Jahres erholte er sich nicht mehr. Um Mathias Ettenberger trauern neben seiner Lebensgefährtin Frieda Glaser und seinen Kindern Elisabeth und Christian sechs Enkel, drei Urenkel – und eine ganze Gemeinde.

Der Trauergottesdienst mit anschließender Urnenbeisetzung findet am Samstag, 9. Februar, ab 10 Uhr in der Pfarrkirche in Hattenhofen statt.

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