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Die Jagdhornbläser der Kreisgruppe Bruc k unter der Leitung von Bernhard Breitsameter begleiten mit der Jäger-Messe von Hermann Neuhaus den Gottesdienst. 

In Hattenhofen

Jäger erinnern mit Hubertusmesse an ihren Heiligen

Ein leuchtendes Kreuz im Geweih eines stattlichen Hirschen – von dieser Legende, die den jagd- und lebenslustigen Hubertus zum Gottesverehrer werden ließ, war im Gottesdienst gleich mehrfach zu hören.

Hattenhofen – Anlass war die traditionelle Messe am Namenstag des heiligen Hubertus, zu der sich die Kreisjägerschaft in der Hattenhofener Kirche versammelte.

13 Jagdhornbläser, die sonst Signale und Nachrichten über ganze Wälder hinweg übertragen, boten vom zweiten Chorgeschoß in der dafür eher zu kleinen Kirche St. Johannes der Täufer ein beeindruckendes akkustisches Erlebnis. Drei verschiedene Hörner-Arten, teilweise nur mit unterschiedlicher Lippenspannung zu spielen, dirigierte Bernhard Breitsameter. Eine Premiere sei der Einsatz der tiefen Hörner in der Umschaltversion gewesen, so der Leiter der Brucker Jagdhornbläser.

Die als Lesung vorgetragene Geschichte der Bekehrung des Hubertus, der später sogar Bischof von Lüttich und noch später sogar heilig gesprochen wurde, machte Pfarrer Josef Heiß zum Gegenstand seiner Predigt. „Nach Internet-Recherchen weiß ich, dass das jagdliche Tun von einigen sehr kritisch gesehen wird“, sagte der Pfarrer. Weil er sich aber weder auf die Seite der Befürworter noch auf die Seite der Gegner stellen wollte, beschränkte er sich darauf, das Bekehrungserlebnis zu deuten. Nach dem Tod seiner Frau und seines Sohnes im Kindbett jagte Hubertus voll Rachsucht den Hirschen. Das im Geweih des Tieres erschienene Kreuz sei ein Zeichen, dass Gott trotz Hubertus’ Trauer und Verzweiflung da ist. „Wenn ich die Geschichte weiterschreiben müsste, würde ich sagen, dass Gott oft da ist, wo man ihn nicht vermutet und Hubertus wie auch uns einen neuen Weg aufzeigt“, so der Pfarrer, der nachher in der Wirtschaft für seine einfühlsame Predigt gelobt wurde.

Die Jagd beginnt

An den Tischen war die Vorfreude auf die jetzt beginnende und bis Jahresende dauernde Hochzeit der Jagd zu spüren. „Nieder- und Rehwild kann gejagt werden, Schwarzwild praktisch das ganze Jahr, ich freu mich, dass es jetzt losgeht“, sagte Gerhard von Hößlin, Vorsitzender der Brucker Jäger, der selbst kein eigenes Revier hat, sondern bei Kollegen mitgeht. Zwar sei der Abschussplan erst bis Ende März zu erfüllen, de facto sollte aber am Jahresende fast alles erledigt sein. Bei vielen Bürgern sei die Nachfrage nach Wildbret vor und an Weihnachten sehr groß.

Nicht alle Jäger rechnen beim Hasenbraten wegen der flächendeckend grassierenden Hasenpest mit Einbrüchen. „Ich hab erst vorgestern einen Hasen geschossen und für die eigene Küche zubereitet“, berichtet Norbert Stöppel. Denn als Jäger ist er „kundige Person“ und kann selbst entscheiden, ob der Hase verzehrt werden darf. „Ob das Tier von der Pest befallen ist, sehe ich am Verhalten vor dem Schuss und später dann auch an den Eingeweiden“, so der Grafrather Jäger. Die Hasenpest sieht er also nicht so tragisch – und kann ihr sogar etwas Gutes abgewinnen: Die Hundebesitzer leinen zur Zeit vorbildlich ihre Hunde an. (mjk)

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