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Um diesen Turm geht es: Seniorchef Ludwig Gmeiner will den vier Meter hohen Schießplatz auf die frühere Größe von acht Metern erhöhen.

Lärmgutachten muss her

Jagdparcour Hattenhofen: Krach um Turm am Schießstand

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Ist der Betrieb am Jagdparcour in Hattenhofen zu laut? Und darf ein Acht-Meter-Turm wieder aufgebaut werden, der schon einmal dort stand? Um die Anlage gibt es seit kurzem Diskussionen. Betreiber, Gemeinde und Landratsamt müssen jetzt die Dinge miteinander regeln.

Hattenhofen Den Jagdparcour Oberbayern findet man nicht unbedingt, wenn man nicht selbst hin will – er liegt auf der Route zwischen den beiden kleinen Ortsteilen Loitershofen und Peretshofen. Ein großes Gelände, umgeben von einem Grüngürtel mit hohen Bäumen. Fährt man auf den Parkplatz, sieht das zugehörige Gebäude ein wenig aus wie eine kleine, urige Waldwirtschaft.

Auf freier Flur auf Tontauben schießen

Doch wenn man aus dem Auto aussteigt, dann hört man, für was der Jagdparcour gebaut wurde: Es ist ein Schießstand. Im Gebäude selbst gibt es Schießbahnen, auch im Außenbereich kann man auf freier Flur in verschiedenen Geländelagen auf Tontauben schießen.

Um einen Schieß-Turm gibt es jetzt Diskussionen. „Wir wollen ihn wieder original herstellen“, sagt Ludwig Gmeiner. Er ist der Vater des Geschäftsführers Florian Gmeiner. Der Familie gehört der Jagdparcour, sie hatte die Anlage aber bis vor einiger Zeit verpachtet. Seit dem Mai sind sie nun wieder selbst Betreiber der Anlage. Dort trainieren zum Beispiel Jäger mit ihren Waffen oder legen Prüfungen ab.

Hölzerner Turm soll Stahlkonstruktion weichen

Der Turm, um den es geht, befindet sich im Gelände. Ein hölzerner Bau, man kann recht bequem auf einer breiten Treppe hinaufsteigen. Auf dem Turm in vier Metern Höhe können die Kunden dann eine Situation simulieren, wie man sie zum Beispiel auf dem Hochsitz oder im Gebirge hat, erklärt Gmeiner – es wird von oben nach unten auf die vorbeifliegende Tontaube geschossen.

Der Turm soll nun wieder auf die frühere Höhe gebracht werden. Seit Eröffnung der Anlage vor rund 50 Jahren und lange Jahre danach sei der Turm acht Meter hoch gewesen, sagt Gmeiner. Erst die letzten Pächter hätten vor zehn Jahren die Höhe halbiert. Nun soll der Holzbau einer acht Meter hohen Stahlkonstruktion an selber Stelle weichen.

Beschwerden aus den Nachbarorten

Der Gemeinderat Hattenhofen hat den Bauantrag aber erst einmal abgelehnt. „Es gibt Beschwerden aus Peretshofen, auch aus Hattenhofen“, sagt Vize-Bürgermeisterin Elisabeth Trappmann (Dorfgemeinschaft Hattenhofen). Deswegen will die Gemeinde zuerst einmal die bestehende Lage klären und schaut auf das Landratsamt als zuständige Immissionsschutzbehörde. „Wichtig ist uns, dass wir die Beschwerden der Anwohner ernst nehmen. Wir legen großen Wert darauf, dass man Abhilfe schafft“, sagt Trappmann.

Anlage ist baurechtlich genehmigt

Im Kern sind es zwei Diskussionspunkte: Wird es durch den höheren Turm lauter? Und ist der Jagdparcour grundsätzlich zu laut? Beides verneint Ludwig Gmeiner entschieden. Bei ihm hätten sich noch nie Anwohner mit Beschwerden gemeldet, sagt er. Die Anlage sei baurechtlich genehmigt und durch einen Schießsachverständigen abgenommen. Durch den höheren Turm könne es nicht mehr Lärm geben. Denn wenn von oben nach unten geschossen wird, gehe der Schall Richtung Boden und verbreite sich nicht über das Gelände hinaus, das von den Bäumen abgeschirmt wird.

Antrag liegt beim Landratsamt

Der Bauantrag für den Turm liegt jetzt beim Landratsamt. Klarheit könnte ein Lärmgutachten bringen. Und das fordert das Landratsamt nun auch ein. Denn ein solches Gutachten wird im Zuge einer Betriebsüberwachung fällig, erklärt das Landratsamt. Diese Überwachung findet alle sieben Jahre statt – eben genau auch heuer. Ludwig Gmeiner sagt dazu: „Ich werde jetzt einmal abchecken, was das Gutachten kostet.“

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