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Noch wird der Fliegerhorst von der Bundeswehr genutzt. Wie es nach dem Abzug des Militärs weitergeht, müssen die betroffenen Kommunen planen. 

Kritik an Alleingang 

Maisach lehnt Brucks Fursty-Pläne ab

 Die Stadt Fürstenfeldbruck will nach Abzug des Militärs auf dem Fursty-Gelände Wohnungen bauen und Gewerbeflächen schaffen. Doch jetzt kommt heftiger Gegenwind von den Nachbarn aus Maisach:

Maisach/Fürstenfeldbruck– Der Gemeinderat kritisiert, dass die Brucker ganz alleine vor sich hin planen – obwohl ausgemacht gewesen war, dass alle vier betroffenen Kommunen, also Bruck, Maisach, Emmering und Olching, sich an einen Tisch setzen. Fragt man in Bruck nach, hört sich das ganz anders an.

Schon die Brucker Pläne aus dem Jahr 2012 waren damals von Maisach abgelehnt worden: Zu ungenau seien die Nutzungsvorstellungen, zu unklar die Erschließung, lautete die Kritik. Jetzt wollen die Brucker nicht mehr hauptsächlich Gemeinbedarfs

flächen, sondern Wohnraum für 4000 bis 5000 Menschen und Gewerbe. Doch auch dem stimmte der Maisacher Gemeinderat nicht zu, als er jetzt zur Flächennutzungsplan-Änderung der Stadt Fürstenfeldbruck Stellung nehmen sollte.

Die vorgelegte Planung wurde aus mehreren Gründen deutlich zurückgewiesen. Bürgermeister Hans Seidl (CSU) und Amtschef Peter Eberlein kritisierten Brucks Alleingang. Man habe einen Brief aus dem Rathaus der Kreisstadt erhalten. Darin stehe, dass Bruck für den von allen vier Kommunen angestrebten städtebaulichen Ideenwettbewerb ein Planungsbüro ausgewählt habe – ohne Rücksprache mit Maisach, Emmering und Olching. „Die ziehen einfach ihr Ding durch und ignorieren die Nachbarn“, sagte Seidl. Es müssten aber alle auf Augenhöhe miteinander reden. Zudem werde keine Rücksicht genommen auf die von Maisach geplanten Fahrsicherheitszentren von BMW und Polizei. Auch die Einschränkungen im Flora-Fauna-Habitatgebiet seien nicht berücksichtigt.

Am meisten ärgern sich die Maisacher aber über die vorgesehene Verkehrsanbindung über die B 471. Die Lasten hätten vor allem Gernlinden, Esting und Emmering zu tragen. Im Gespräch ist auch, das Gebiet via Schiene an Gernlinden anzuschließen. „Dann müsste aber auch ein Vorteil beziehungsweise ein gerechter Interessenausgleich für Maisach rausspringen“, so Seidl. Und der sei nicht ersichtlich. Gesprochen worden sei über einen Gemarkungstausch und eine Neuordnung der Flächen. Aber alles, was den Bruckern nicht passe, verschwinde in irgendwelchen Schubladen.

Gleichwohl haben die Maisacher eine Tür offen gelassen: Für ein weiteres gemeinsames Vorgehen sei man bereit.

Das wollen auch die Brucker, sagen amtierender OB Erich Raff und Stadtbaurat Martin Kornacher. Raff betont, Maisach und Emmering hätten auch einen Flächennutzungsplan aufgestellt: „Jetzt wollen wir mal. Wir stellen uns auch etwas vor.“ Bruck tue damit seine Absichten kund, die aber nicht in Stein gemeißelt seien. Dass Bruck alleine das Planungsbüro ausgewählt habe, dazu habe ein kleines Missverständnis geführt. Künftig wolle man trotzdem mit allen Betroffenen an einem Tisch sitzen: „Wenn das jeder Ort einzeln angeht, ist die Konversion zum Scheitern verurteilt.“

Raff sagt, Bruck brauche die Nachbarn – die Nachbarn bräuchten aber auch Bruck: „Wenn wir uns stur stellen, dann kann Maisach nicht so mit BMW planen, wie Maisach das will.“

Der Lärm von BMW kollidiere mit der von Bruck geplanten Wohnbebauung, fügt Kornacher hinzu. Die Konversion könne eben nur gelingen, wenn jeder Abstriche mache und die Lasten geteilt würden. Nun werde das Planungsbüro erst einmal die Vorstellungen aller vier Kommunen aufnehmen.(zag)

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