Franz Robeller nennt Barrierefreiheitals Voraussetzung.„Architekten kosten sehr viel Geld.“Thomas Waldleitner (Dorfgemeinschaft Hattenhofen)

Zuschüsse für Ausbau

Neues Fördermodell fürs Gemeindehaus

Der Ausbau des Dachgeschosses im Hattenhofener Gemeindegebäude gestaltet sich weiter zäh. Nachdem es aus der Dorferneuerung wohl kein Geld gibt, soll nun ein anderer Fördertopf angezapft werden.

Hattenhofen Das östliche Dachgeschoss des Gemeindegebäudes in der Benno-Heinrich-Straße besteht seit der Fertigstellung im Jahr 2002 im Zustand eines besseren Rohbaus. Im Gemeindegebäude sind Feuerwehr, Bauhof und Schützen untergebracht. Bereits seit mehreren Jahren will die Gemeinde dort einen Mehrzweckraum für die Bürger und Vereine einrichten. Wegen Vorgaben für den Brandschutz und der Barrierefreiheit – dafür müsste zum Beispiel ein Aufzug eingebaut werden – liegen die geschätzten Kosten für einen solchen Ausbau aber recht hoch.

„Die Barrierefreiheit ist definitiv eine Voraussetzung“, sagte Bürgermeister Franz Robeller (UWG Haspelmoor). Eine erste Anfrage für eine Baugenehmigung wurde zudem wegen eines Immissionsschutzgutachtens, welches das Landratsamt forderte, vergangenes Jahr zurückgezogen. Seitdem blickt man sich deswegen in Hattenhofen nach möglichen Fördergeldern um. Ein Ansatz, den man verfolgte: Förderung im Rahmen einer Dorferneuerung. Doch dieses Gedankenspiel scheint mittlerweile gestorben zu sein, wie Robeller im Gemeinderat verkündete. Das zuständige Amt für ländliche Entwicklung habe ihm telefonisch und dann noch einmal bei einem erneuten Ortstermin mitgeteilt: In Hattenhofen sieht man wenig Potenzial für eine solche Maßnahme. Das Amt machte Robeller aber gleichzeitig auf eine andere Möglichkeit aufmerksam.

Im Rahmen des sogenannten Eler-Programms könnte man sich mit einer Einzelmaßnahme, wie eben dem Umbau des Gemeindegebäudes, bewerben. Dafür muss ebenso wie bei der Dorferneuerung eine Bürgerbeteiligung für das Projekt durchgeführt und eine fertige Baugenehmigung eingereicht werden. Knackpunkt hierbei: Die Gemeinde muss für all dies mit Planungskosten in Vorleistung gehen, es gibt aber „keine Garantie“ für die Zusage von Fördergeldern, wie Robeller betonte.

Eine Entscheidung, ob Zuschüsse fließen, wird wohl in diesem Falle rund ein Jahr auf sich warten lassen. Einige Gemeinderäte wollten aber nicht sofort einen Architekten hinzuziehen. „Architekten kosten sehr viel Geld“, sagte Thomas Waldleitner (Dorfgemeinschaft Hattenhofen). Die Planung von vor einigen Jahren, schon damals als uninspiriert kritisiert, habe man auch wegwerfen müssen. Es könnte doch zuerst ein Gremium mit Bürgern zusammentreten und Vorschläge für ein Nutzungskonzept oder ein paar „Fantastereien“ erarbeiten.

Andi Drexl (Junge Wähler), gleichzeitig Feuerwehr-Kommandant, unterstützte diesen Vorschlag. Das nahm Peter Oswald (Dorfgemeinschaft Hattenhofen) zum Anlass, auf die Bedürfnisse anderer Vereine hinzuweisen, die dann wieder verzögert erfüllt würden: „Die Feuerwehr hat alles, da redet es sich leicht.“ Auch Bürgermeister Robeller wollte von Anfang an mit einem Architekten als Experten bei der Bürgerbeteiligung arbeiten: „Sonst bin ich überzeugt, dass wir uns verzetteln.“ Sein Vorschlag setzte sich mit sieben zu fünf Stimmen durch.

Ob Hattenhofen aber endgültig aus dem Projekt Dorferneuerung aussteigt, ist ungewiss. Thomas Waldleitner sah für den Ortsteil Haspelmoor etwa einiges an „Potenzial“ – zum Beispiel das Areal des ehemaligen Gasthofes Krieglmeier als Dorfplatz. Dort besitzt die Gemeinde auch Flächen, welche sie mit genau diesem Hintergedanken bei dem Bauprojekt eingetauscht hat. Dorferneuerung und Eler-Programm können aber nicht parallel laufen. Erst muss also eine Entscheidung über die Förderung der Einzelmaßnahme fallen. (fd)

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