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Franz Robeller

Bayern&Baden-Württemberg

Ortszwillinge: Das doppelte Hattenhofen und die Internet-Domain

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Umgeben von Streuobstwiesen mitten in der Schwäbischen Alb liegt Hattenhofen. Allerdings nicht das Hattenhofen, das die Leser der Heimatzeitung kennen. Es ist eine gleichnamige Gemeinde in Baden-Württemberg. Quasi ein Ortszwilling – aber eher ein zweieiiger.

Hattenhofen Wer im Internet auf der Suche nach dem Hattenhofen im Landkreis Fürstenfeldbruck www.hattenhofen.de eingibt, erlebt eine Überraschung. Oben auf der Homepage, die dann erscheint, steht neben dem Gemeindenamen groß „Baden-Württemberg“. Und ein Klick auf das Grußwort führt einen nicht etwa zu Bürgermeister Franz Robeller, sondern zu einem gewissen Jochen Reutter, seines Zeichens ebenfalls Rathauschef.

Schnell wird klar: Das muss ein anderes Hattenhofen sein. Und tatsächlich findet sich zwischen Stuttgart und Ulm im Vorland der Schwäbischen Alb eine weitere Gemeinde mit dem gleichen Namen. „Ich weiß zwar, dass es noch ein Hattenhofen gibt, bin aber selbst noch nicht dort gewesen“, sagt Robeller.

Allerdings gab es vor einiger Zeit durchaus Kontakte zwischen den beiden Gemeinden. Wie es dazu kam, daran erinnert sich Robellers schwäbischer Amtskollege Reutter. „Wir haben recherchiert, welche anderen Hattenhofen es noch gibt“, erzählt er. Den Namen gibt es sogar noch öfter als zweimal. „Allerdings sind die weiteren Hattenhofen nur kleine Weiler“, sagt Reutter. „Eigenständige Gemeinden gibt es nur zwei.“ Unter anderem haben dann die Schützenvereine Kontakt aufgenommen (siehe Kasten). Aber auch Reutter und Robellers Vorgänger Mathias Ettenberger sind sich schon begegnet. „Wir waren mal zum Feuerwehr-Jubiläum in Bayern“, erzählt Reutter.

Von dem Treffen zeugt ein Foto im Schulungsraum der bayerischen Wehr. „Das zeigt das Rathaus des anderen Hattenhofen – ein schöner Fachwerkbau“, sagt Robeller. Die Ortszwillinge sind als relativ kleine, ländliche Gemeinden ähnlich, aber doch unterschiedlich. Mit rund 1500 Einwohnern ist die Gemeinde an der B 2 nur halb so groß wie ihr Pedant in der Schwäbischen Alb. Während die Württemberger in einer Einheitsgemeinde leben, unterteilt sich Bayerns Hattenhofen in den Hauptort sowie die Ortsteile Haspelmoor und Loitershofen.

Landschaftlich unterscheidet sich das schwäbische Albvorland ebenfalls vom Endmoränengebiet im Brucker Landkreis. „Aber in Bayern lässt es sich auch gut leben“, sagt Reutter. Beurteilen kann er das, weil er selbst schon einige Male dort war. „Wir haben das bayerische Hattenhofen vier- oder fünfmal besucht“, erzählt er. Seit Robeller Bürgermeister ist, hat sich jedoch kein Treffen mehr ergeben. „Wir hatten die Württemberger 2015 zu unserer 950-Jahr-Feier eingeladen, aber das hat leider nicht geklappt“, sagt der Rathauschef im Kreis Bruck.

Die Internet-Domain war einst ein Thema zwischen den Gemeinden. „Die anderen waren einfach schneller“, sagt Robeller und lacht. Und so haben sich die Württemberger den Ortsnamen als Domain gesichert. Die Brucker Kollegen findet man dagegen entweder unter www.gemeinde-hattenhofen.de im Rahmen der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Mammendorf oder unter www.hattenhofen-haspelmoor.de mit einer eigenen Homepage.

Die Schützenvereine

Während die Gemeinden mit dem gleichen Namen aufwarten, ist das bei den Schützenvereinen ein wenig anders. Die Vertreter aus dem Brucker Landkreis nennen sich „Graf-Hatto-Schützen“, während sich die Schwaben den schlichten Namen „Schützenverein Hattenhofen“ gaben. Die Erinnerungen an die Treffen der Vereine sind jedoch etwas verblasst. „Das ist bestimmt schon 15 Jahre her“, sagt der 2. Schützenmeister der Graf-Hatto-Schützen, Michael Weidenbächer. Eine nur ein wenig zu hoch gegriffene Schätzung, wie ein Blick in die Chronik der Württemberger beweist. Dort heißt es unter dem Jahr 2006: „Erstmals werden die Graf-Hatto-Schützen in Hattenhofen, Kreis Fürstenfeldbruck, zu einem Freundschaftsschießen besucht.“ Die Chronik der Hatto-Schützen gibt es nicht mehr. Weidenbächer erinnert sich aber: „Einmal sind wir mit einem Bus nach Baden-Württemberg gefahren.“ Der damalige Jugendwart Christian Ettenberger ergänzt: „Da haben wir auch einen gemeinsamen Schießabend abgehalten.“

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