Von einer solchen Maschine werden Scheiben abgeschossen, auf die Jäger und andere Nutzer zielen.
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Von einer solchen Maschine werden Scheiben abgeschossen, auf die Jäger und andere Nutzer zielen.

Im Streit um die Anlage

Schwermetalle: Boden und Wasser im Schießstand belastet

  • Helga Zagermann
    VonHelga Zagermann
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Im Streit um den Schießstand in Hattenhofen („Jagdparcour Oberbayern“) hat der Grünen-Landtagsabgeordnete Martin Runge aus Gröbenzell eine Anfrage an die Staatsregierung gestellt. Er wollte wissen, ob es Untersuchungen zur Belastung von Boden und Grundwasser gab und was das Ergebnis war.

Hattenhofen - Die Antwort auf seine Anfrage, so Runge, habe ihn „aufgrund der langjährigen und intensiven Nutzung des Geländes“ nicht verwundert: Erste Analysen hatten auf erhöhte Belastungen durch Schwermetalle und Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) hingedeutet. Nun müsse das Landratsamt handeln, fordert er.

Das Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz teilt Runge mit, dass laut Landratsamt eine „Orientierende Untersuchung“ stattgefunden habe. Ziel einer solchen Analyse ist, einen Altlastverdacht auf einem Standort zu bestätigen oder auszuschließen. Erhärtet sich der Verdacht, folgt eine Detailuntersuchung. Die erste Draufsicht zeigt nun: In den Bereichen, in denen das Bleischrot aus den Gewehren aufschlägt, sind die Werte für Blei, Arsen und Antimon erhöht. Dort, wo Wurfscheiben aufschlagen – die Nutzer des Schießstands schießen zum Training auf Scheiben –, zeigten sich erhöhte Werte für PAK und Blei. In Proben aus Entwässerungsgräben wurden Überschreitungen für Arsen, Blei und Antimon festgestellt, in einem Teich ist Arsen-Belastung nachgewiesen.

Wie das Ministerium abschließend zur Anfrage schreibt: „Um dem Verdacht einer Gefährdung des Schutzgutes Grundwasser vertiefend nachzugehen, hat das Landratsamt Fürstenfeldbruck weitere Maßnahmen zur abschließenden Gefährdungsabschätzung veranlasst.“ Runge greift das auf: „Gefordert ist somit das Landratsamt.“ Es müssten nun zügig Detailuntersuchungen und gegebenenfalls Sanierungsmaßnahmen veranlasst werden. „Das Landratsamt muss sich schon der Frage stellen, weshalb es nicht schon längst tätig geworden ist.“ Denn es habe bereits vor vielen Jahren „Beschwerden über und Hinweise auf unzulässige Abfallablagerungen und mögliche Boden- und Wasserverunreinigungen in dem mehrere Hektar großen Gelände des 1972 eröffneten Jagdübungsplatzes gegeben“.

Die Kreisbehörde sei schließlich zuständig für Natur-, Wasser-, Boden- und Immissionsschutz. Zu Letzterem fügt Runge mit Blick auf die Anwohner, die unter dem Lärm der Anlage leiden und überlegen, gegen den Betrieb vorzugehen, hinzu: „Was den Lärmschutz anbelangt, so ist der Bescheid des Landratsamtes mit der Deckelung der Schusszahl auf 2200 je Tag ein Schritt in die richtige Richtung.“ Laut Runge ist der Bescheid jetzt an den Betreiber gegangen. Dieser hatte bereits angekündigt, gegen die Begrenzung der Schusszahl vorgehen zu wollen. zag

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