Gemeinderat

Wunsch-Standort für Kinderhaus

Die Gemeinde Hattenhofen braucht ein neues Kinderhaus und Räume für die Mittagsbetreuung. Die Mehrheit des Gemeinderates will, dass der dafür nötige Neubau in unmittelbarer Nähe zum bestehenden Kinderhaus entsteht. Ein möglicher Standort im neuen Baugebiet in Haspelmoor scheidet damit wohl aus.

Hattenhofen – Das neue Gebäude mit Räumen für die Schul-Mittagsbetreuung und für zwei Gruppen, eine davon sicher für Krippenkinder, wird nötig, weil das Kinderhaus Löwenzahn bis auf den letzten Platz belegt ist. „Wir sind jetzt am Ende unserer Kapazitäten, das ist Fakt. Wir brauchen einfach mehr Plätze in der Gemeinde“, sagte Kinderhaus-Leiterin Birgit Nitschke am Dienstag im Gemeinderat.

Die Gemeinde hat zwar eine befristete Erlaubnis bekommen, ab September eine dritte Kindergarten-Gruppe einzurichten. Gleichzeitig hat das Landratsamt aber klar gemacht, dass das kein Dauerzustand sein kann. Auch die Krippengruppe ist bis auf den letzten Notplatz belegt. „Wir müssen in die Gänge kommen“, sagte Bürgermeister Franz Robeller (UWG Haspelmoor).

Die Mittagsbetreuung der Grundschule braucht ebenfalls neuen Raum: In einigen Jahren werden wegen der Schülerzahlen wieder mehr Klassenzimmer benötigt. Dann muss die Mittagsbetreuung mit zurzeit knapp 50 Kindern anderweitig untergebracht werden.

Der Gemeinderat debattierte zwei mögliche Standorte. Zur Diskussion stand ein Neubau entweder nördlich von Schule und Kinderhaus in Hattenhofen oder im neuen Baugebiet Haspelmoor-Ost. „Wir würden den Standort an der Schule favorisieren“, sagte Kinderhaus-Leiterin Nitschke. Die räumliche Nähe zwischen Krippe, Kindergarten, Schule und Turnhalle würde vieles erleichtern und sei „super-praktisch“.

Weiteres Argument Nitschkes: Wenn das neue Gebäude direkt in der Nachbarschaft gebaut wird, muss die Organisation des Personals nicht großartig verändert werden. Bei einem Standort in Haspelmoor müsse die Gemeinde wahrscheinlich mehr Personal einstellen. Denn bei einem zweiten Standort müsse man meistens eine eigenständige Leitung samt Stellvertretung benennen, sagte Nitschke. Die Bauverwaltung der Verwaltungsgemeinschaft Mammendorf favorisierte ebenfalls Hattenhofen als Standort.

Thomas Waldleitner (Dorfgemeinschaft Hattenhofen) stimmte dagegen für den Standort Haspelmoor. Denn dort werde mit dem neuen Baugebiet der höchste Bedarf entstehen, sagte Waldleitner. Es sei ein „Service für unsere Bürger, wenn der Kindergarten dort wäre, wo die Kinder sind“, sagte er. Ein Standort in Hattenhofen sei vielleicht praktikabler und günstiger. Aber wenn man die Möglichkeit habe, Infrastruktur in die Siedlung Haspelmoor zu bringen, dann solle man dies nutzen.

Der Gemeinderat folgte aber den Argumenten Nitschkes und stimmte mit von 7:3 Stimmen für Hattenhofen als Standort. Die Fläche, die die Räte anvisieren, ist zurzeit noch in Privatbesitz und müsste erst gekauft werden. Andreas Peter (Dorfgemeinschaft Hattenhofen) regte an, zur Sicherheit bei der Planung des Baugebietes in Haspelmoor Flächen vorzuhalten, sollten in Hattenhofen Probleme auftreten. Eine erste, allerdings sehr grobe Kostenschätzung der Bauverwaltung liegt bei zwei bis zweieinhalb Millionen Euro. Gebaut werden kann voraussichtlich frühestens in eineinhalb Jahren. Fabian Dilger

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