Lebkuchen und Liebe sind auf dem zweiten Bild zu sehen.

Verwirrung um ein Mosaik

Ja is denn des der Nikolaus?

Ist der Nikolaus in Wirklichkeit ein Ambrosius? Nachdem er jahrzehntelang kaum beachtet wurde, kommt der Heilige auf dem Mosaik beim Brameshuber nun doch noch in die Öffentlichkeit.

beim brameshuber

Ja is denn des der Nikolaus?

Ist der Nikolaus in Wirklichkeit ein Ambrosius? Nachdem er jahrzehntelang kaum beachtet wurde, kommt der Heilige auf dem Mosaik beim Brameshuber nun doch noch in die Öffentlichkeit.

von verena usleber

Fürstenfeldbruck – Definitiv, sagen Kenner, zeige das Mosaik an der Wand des ehemaligen Café Brameshuber in der Hauptstraße den Heiligen Ambrosius. Und nicht, wie auch von Kirchenhistorikerin Birgitta Klemenz angenommen und im Tagblatt berichtet, den Heiligen Nikolaus.

Denn der Mann mit dem weißen Rauschebart hält einen Bienenkorb im Arm – das Attribut des Ambrosius von Mailand. Dieser ist unter anderem Schutzpatron der Imker, Wachszieher und Lebkuchenbäcker und wird zufällig auch noch einen Tag nach dem Nikolaus, nämlich am 7. Dezember, gefeiert. Der Zusammenhang zum Brameshuber: Dort wurde früher Wachs und Honig verarbeitet. Etwa 1950 hatte Georg Brameshuber das Mosaik von der Lebzelterfamilie Gautsch in München gekauft.

Später wurde das Bild zusammen mit zwei weiteren in die Hausmauer eingelassen. Seitdem hängen die Mosaike dort. Die, denen die Darstellungen auffallen, dürften den Ambrosius auch oft verwechseln. Denn was beiden Heiligen gleich ist: Sie werden im Bischofsgewand und mit einer Mitra – also der passenden Kopfbedeckung – abgebildet. Außerdem tragen sie beide einen Stab mit sich.

Der heilige Nikolaus, der Bischof von Myra war, wird allerdings üblicherweise mit drei goldenen Kugeln in der Hand abgebildet. Diese Darstellung beruht auf der Legende, dass der Schutzpatron der Seefahrer, Reisenden, Kinder und unverheirateten Frauen drei Mädchen mit dem Gold davor bewahrte, ins Freudenhaus verkauft zu werden. Er gab ihnen jeweils eine Kugel, schenkte ihnen damit die Aussteuer und bewahrte sie vor der Prostitution. Auch der Bienenkorb des Ambrosius beruht auf einer Erzählung, laut der die Tiere dem Heiligen als Baby den Honig des Wissens in den Mund träufelten. Deshalb ist Ambrosius auch für die süße Rede bekannt.

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