Rausgehen ist gefährlich: Marlis Böss traut sich bei Eis und Schnee nur einige Schritte vor die Wohnung. Vorsichtshalber benützt sie die Krücken, die sie nach einer verheilten Verletzung noch daheim hat. Foto: hering

Der Winter behindert gerade Senioren

Hausarrest wegen Schnee und Eis

Fürstenfeldbruck – Der Winter ist für viele Senioren eine schwierige Zeit. Wenn Straßen und Gehwege voller Schnee und Eis sind, trauen sich manche kaum außer Haus – zu groß ist die Angst vor einem Sturz auf glattem Untergrund. Halten sich Eis und Schnee über Tage, wird es für die Senioren schwierig, ihren Alltag zu organisieren.

Wie schnell Unfälle passieren, wurde vergangenen Samstag deutlich: Das Blitzeis in aller Früh forderte etliche Verletzte, wie die Kreisklinik berichtet. Die Unfallchirurgie sei aber vorbereitet gewesen und habe die Teamstärke schon im Vorfeld erhöht. So habe man den Andrang ganz gut bewältigt. Auch einige Austräger des Tagblatts hat es erwischt.

Weil sie gerade nicht in der Notaufnahme landen will, ist Marlis Böss besonders vorsichtig. Die 77-jährige Bruckerin wagte sich tagelang kaum vors Haus. Denn direkt vor ihrer Türschwelle in der Nibelungenstraße begann ein eisiger Pfad. Der Rentnerin gingen langsam die Lebensmittel aus. Denn wenn sie zu einem Laden gehen will, muss sie unweigerlich auf der Fahrbahn laufen. Einen Gehsteig entlang der Wohnstraße gibt es nicht. Eisplatte reihte sich an Eisplatte. Erst das Tauwetter erlöste Marlis Böss von ihrem Hausarrest.

Eine Lösung für diese Misere ist nicht in Sicht – einen Schuldigen zu benennen fällt auch schwer. Das Räumen und Streuen ist im Stadtrecht geregelt: Mieter und Hausbesitzer sind dafür zuständig, dass der Gehweg beziehungsweise ein einen Meter breiter Weg am Straßenrand gefahrlos benutzbar ist. An Werktagen, also von Montag bis Samstag, muss bis spätestens sieben Uhr, an Sonn- und Feiertagen bis 8 Uhr ein Weg freigeräumt und bei Glättegefahr mit Sand oder Kies bestreut werden. Bis 20 Uhr müssen die Wege passierbar gehalten werden. Schneit es nochmal, muss die Schneeschaufel wieder geschwungen werden.

Doch selbst wenn sich alle Bürger pflichtbewusst an die Vorgaben halten, kann es glatt sein. Oft bleiben nach dem Schneeräumen angefrorene Stellen zurück, zum Beispiel dort, wo Autos den Schnee plattgefahren haben.

Ein Bekannter von Marlis Böss ist vor Kurzem direkt vor dem Haus hingefallen. Die Bruckerin hat Angst, dass es sie auch erwischen könnte. Damit sie dann wenigstens vorbereitet ist, will sie einen Sturzprophylaxe-Kurs besuchen. Trotzdem bittet sie Anwohner und Stadt, im Winter verstärkt an die Sicherheit der Fußgänger zu denken.

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