NSU-Prozess: Plädoyers starten nach langem Hickhack

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Heimatgilde erobert tänzerisch die ganze Stadt

Fürstenfeldbruck – Tanz. Das sind vier Buchstaben mit unendlich vielen Facetten. So weit, so bekannt. Was jedoch eine Handvoll regionaler Tanzschulen an Vielfalt zu zeigen in der Lage ist, dürfte für die meisten Zuschauer im ausverkauften Stadtsaal eine Überraschung gewesen sein.

„Made in FFB“ lautete der Titel der vierten Veranstaltung im Rahmen des dancefirst-Festivals. Nach den gefeierten Auftritten von internationalen Profis gehörte dieser Abend dem Nachwuchs - genauer gesagt, rund 250 Mitwirkenden aus sechs Tanzschulen: den Brucker Ballettschulen Sinzinger und Götze & Werner sowie den Tanzstudios Body & Beat (Fürstenfeldbruck), Mosaico (Eichenau) und Ammersee (Zankenhausen) und nicht zuletzt der Show-Tanz-Abteilung der Heimatgilde.

Festival-Leiter Heiner Brummel erklärte das Ganze flugs zur Weltpremiere. „Ich glaube, es ist noch nie vorgenommen, dass verschiedene Tanzschulen so zusammen auftreten.“ Kann sein, kann nicht sein, ist aber letztlich auch nicht wichtig. Die Idee, in das Festival eine Werkschau der Kids von nebenan einzubauen, war auf jeden Fall extrem erfolgreich.

Den Anfang machte das Tanzstudio Mosaico mit einem Gesamtkunstwerk aus Modern und Jazz Dance über eine klassische Balletteinlage bis hin zum Flamenco mit knallenden Hacken und Sohlen.

Das Leben im Hier und Jetzt getanzt

Das Leben im Hier und Jetzt stellte „Präsens: Z Reloaded“, so der Titel des Beitrags von Götze & Werner, in den Mittelpunkt. Was wäre da logischer, als dem Hier und Jetzt die Regie zu überlassen – und genau das passierte im ersten, improvisierten Teil des Stücks. In zeitlupenartigen, ausdrucksstarken Bewegungen lebte jeder Mitwirkende seinen eigenen Tanz, und doch ergab das Ganze ein harmonisches Gesamtbild. Jörg Götze und Andreas Werner hatten die Choreographie mit ihren Schülerinnen nicht nur einstudiert, sondern tanzten auch selbst mit.

Jugendliche im Spannungsfeld zwischen Freiheitsdrang und Grenzen – der Beitrag des Tanzstudios Ammersee war schon fast ein kleines Theaterstück, untermalt von typischen Eltern-Sprüchen, die jeden Teenager zur Weißglut treiben.

Einen eigenen Film hatte die Heimatgilde Fürstenfeldbruck produziert und dafür ihre Showtänzer an allen möglichen und unmöglichen Stellen der Stadt tanzen lassen: in Fürstenfeld, an der Amper, auf einem schwankenden Parcours der Kletterinsel, an der Hauptstraße sowie auf der Amperbrücke, in der Buchenau, auf dem Bahnhof und sogar in der S-Bahn. Eine witzige Idee, eine aufwändige Umsetzung, ein großer Erfolg – und ein schwungvoller Rausschmeißer, der die Zuschauer nach den ersten eineinhalb Stunden Programm in die Pause entließ.

Das klassische Ballett war an diesem Abend nur eine Facette unter vielen, aber eine, die besonders faszinierte. Eine Adaption des Pas de Trois aus Tschaikowskis „Der Nussknacker“ zeigten drei Tänzerinnen aus dem Hause Sinzinger. Es folgte die Warschau-Polka einer Gruppe kleiner Ballettmäuse, die dem Publikum entzückte Ahs und Ohs entlockten.

Akrobatische Breakdancer

Männliche Mitwirkende waren an diesem Abend im Veranstaltungsforum klar in der Minderheit. Ihre Stunde schlug dann aber doch noch bei Hip-Hop und Breakdance. Lässig und akrobatisch setzten die Jungs und Mädels aus dem Tanzstudio Body & Beat einen atemberaubenden Schlusspunkt hinter einen gelungenen Abend.

Ulrike Osman

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