Die Kreisfeuerwehr besitzt Fahrzeuge , die überall im Landkreis eingesetzt werden. Sie sind auf verschiedene Standpunkte verteilt.

Das dezentrale System

Hier stehen die Spezialautos der Feuerwehr

Fürstenfeldbruck - Ein möglichst großer und moderner Fuhrpark ist der Stolz jeder Ortsfeuerwehr. Doch Spezialfahrzeuge, die selten gebraucht werden, benützen sie gemeinsam. Sie gehören der Kreisfeuerwehr und sind an verschiedene Standorten stationiert.

Wenn es richtig brennt, rückt selten eine Feuerwehr alleine aus. Meistens helfen die Kameraden aus den Nachbarorten. Wenn auch die nicht alle Aufgaben bewältigen können, werden so genannte Sonderfahrzeuge zu den Einsatzstellen beordert. 13 dieser hoch spezialisierten Wagen hält die Kreisfeuerwehr. Allein vier verschiedene Gerätewagen gibt es im Landkreis: für Dekontamination, Gefahrgut, Atemschutz und Logistik. Letzterer enthält vor allem Schlauchmaterial. Hinzu kommen ein Rüstwagen, zwei Einsatzleitwagen, ein Sonder-Tanklöschfahrzeug, ein Versorgungs-Lkw, ein Wechselladerfahrzeug und die Messkomponente.

Das teuerste Fahrzeug – eine Neubeschaffung würde sich auf rund 600 000 Euro belaufen – ist die Drehleiter. Sie ist in Mammendorf stationiert und deckt im Regelfall den westlichen Landkreis ab. Freilich gibt es in den größeren Gemeinden und Städten noch ortseigene Drehleitern, die jedoch nicht als Landkreis-Sonderfahrzeuge geführt werden.

Jüngster Neuzugang in der Spezialflotte ist ein Schlauchwagen mit zusätzlicher Ölschadensausrüstung. Dieser hat bei der Feuerwehr Moorenweis seinen festen Standort. Wesentliches Kriterium bei der Verteilung der Spezialwagen ist nämlich, dass sie über den ganzen Landkreis verteilt sind. „Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht, weil sich einzelne Wehren genau auf dieses Fahrzeug spezialisieren können“, erklärt Kreisbrandrat Hubert Stefan.

Anders gesagt: wenn alle diese Sonderfahrzeuge zentral bei einer Feuerwehr vorgehalten würden, wäre nicht sichergestellt, dass im Alarmfall all diese Wagen gleichzeitig zur Einsatzstelle gebracht werden könnten. „Vor allem am Tag ist es leichter sicherzustellen, dass von jeder Feuerwehr ein paar kommen, als wenn eine Feuerwehr zusätzlich zu den eigenen auch noch mehrere Sonderfahrzeuge besetzen müsste“, erklärt der Kreisbrandrat.

Die Ausbildung und auch die in Übung Haltung über die normale Feuerwehrausbildung hinaus ist ein beträchtlicher Aufwand für die einzelnen Wehren. Zumal die bis zu sechs Mann starke Besetzung des Sonderfahrzeuges in mindestens dreifacher Mannstärke ausgebildet sein sollte.

Zum Einsatz kommen die Spezialwagen naturgemäß seltener als die gewöhnlichen Fahrzeuge. Und sie zählen nicht zu den von einer Gemeinde standardmäßig vorzuhaltenden Feuerwehrautos. Um die Anschaffung kümmert sich der Landkreis. Unterhalt, Versicherung, Reparatur und Betriebsstoffe trägt er ebenfalls. Die Ortsfeuerwehr, bei der das Fahrzeug dann steht, zahlt also nichts dazu. „Im Falle des Neubaus eines Feuerwehrhauses erhält die Gemeinde für den Stellplatz sogar noch einen einmaligen Zuschuss von der Regierung von Oberbayern“ sagt Stefan.

Die freiwillige Bereitschaft der Gemeinden im Landkreis, Sonderfahrzeuge in ihrem Stützpunkt unterzubringen sei groß. In der Vergangenheit musste Stefan schon mal harte Überzeugungsarbeit leisten, um den Kreistag von der Notwendigkeit der Anschaffung eines Autos zu überzeugen. Mittlerweile sieht der Kreisbrandrat aber den Landkreis gut aufgestellt. „Was aber nicht heißt, dass nicht gelegentlich eine Ersatzbeschaffung ansteht“, so der oberste Feuerwehrchef. Bei zwei Fahrzeugen stellte der Bund komplett die Finanzmittel zur Verfügung: Der Gerätewagen „Dekontamination“ und der neue Schlauchwagen.

Materialschlacht Gefahrgutunfall: Ein Beispiel

Je nach Meldebild alarmiert der Disponent in der integrierten Leitstelle zusätzlich zur jeweiligen Ortsfeuerwehr noch weitere Sonderfahrzeuge. Bei größeren Schadenslagen werden sogar alle 13 in Marsch gesetzt. Anhand eines Unfalls Anfang 2016 in der Brucker Hasenheide, bei dem in einem Industriebetrieb Salpetersäure ausgelaufen ist, lässt sich beispielhaft der Einsatz der Sonderfahrzeuge erklären. Um dem Einsatzleiter bei dem Einsatzstichwort „Gefahrgutunfall“ die Führung zu erleichtern, werden auch die Einsatzleitwagen der Feuerwehr beziehungsweise. des Katastrophenschutzes mitalarmiert. „Das wichtigste war der Gerätewagen Gefahrgut“, so Kreisbrandmeister Hendrik Cornell, der das Thema Gefahrgut im Landkreis auch lehrgangsmäßig betreut. Denn ein Gefahrgutunfall bedeutet immer eine Materialschlacht. Der Gerätewagen brachte Auffangwannen, Chemikalienbinder, Spezialpumpen und Werkzeug zu dem Raum, in dem die ätzende Säure ausgelaufen war. Für die 30 Träger der Chemikalienschutzanzüge baute die Mannschaft des Gerätewagens „Dekontamination“ einen Parcours auf, in dem sich die Feuerwehrler nach entsprechender Vorreinigung schrittweise ihres verunreinigten Anzuges entledigen konnten. Die Kameraden der Meßkomponente haben in einem festgelegten Radius Schadstoffe in der Luft aufgespürt, protokolliert und an die Einsatzleitung gemeldet, die eventuelle Warnungen an die Bevölkerung weitergibt. Weil der Einsatz über zwölf Stunden dauerte, brachte der Gerätewagen Atemschutz Nachschub an frischen Atemluft-Flaschen und Schutzgeräten. (mjk)

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